Freitag, 25. September 2009

Kugelblitz - Porsche 356 A Speedster von Schuco, 1:18

Im bervollen Markt der 1:18-Miniaturen nahm Schuco bislang den Rang des eifrigen Nischenfinders ein. Groe Feuerwehr-Drehleitern, klassische Unimogs, Oldtimer-Traktoren, der VW T2 - kreativ und originell fand man die Ideen dort, wo sich andere Firmen nie hintrauen wrden. Mit dem ersten PKW-Modell in 1:18 verlt man nun diese erfolgreiche Linie und springt mitten hinein in den Mainstream des Modellautomarktes, denn ein Porsche 356 A Speedster ist nach den Modellen von Kyosho und AutoArt weder kreativ, noch originell. Es stellt sich also die Frage, ob der PKW-Erstling denn nun den hohen Standard der bisherigen Modelle halten kann, um vielleicht im Mainstream eine Spitzenposition einnehmen zu knnen.

Im Gegensatz zu AutoArt bildet Schuco ein anderes Baujahr des 356 Speedster nach und hat sich an der europischen Variante ohne Zusatzbgel am den Stofngern entschieden. Auffllig ist, dass Schucos Speedster vorne sehr hoch liegt. Dies ist nicht vllig falsch, aber im Vergleich zu Vorbildfotos etwas zu extrem, die Straenlage bei AutoArt wirkt realistischer. Schucos Speedster wirkt in der Karosserielinie etwas flliger, die Linie des AutoArt-Modelles erscheint stimmiger - mglicherweise ist hier aber auch das Baujahr der Grund? Dies drfte aber kein Grund fr die vergleichsweise ppigen Spaltmae an Tren und Fronthaube sein, da entspricht das Schuco-Modell nicht dem klassenblichen Standard.

Alle Tren und Hauben lassen sich ffnen, innen gibt es ein sehr schnes Interieur mit gelungenen Sportsitzen (deren Teppichbeflockung an der Rckseite mir eher sinnlos erscheint) sowie einem vorbildgerecht schlichten Armaturenbrett, dem Schuco sehr filigrane Schalter und Instrumente gnnt. Das Lenkrad gefllt mit Metallspeichen, der spindeldrre Schalthebel kann ebenso berzeugen, wie die sehr realistische Nachbildung der Auskleidung des Furaumes und die sehr schn miniaturisierte Pedalerie.

Hinten lsst die kleine Motorhaube nur wenig Blick auf den Motor zu - vorbildgerecht - aber die sichtbaren Details erscheinen recht ordentlich. Die Luftsammler der Vergaser hat AutoArt schner nachgebildet, hier ist das Schuco-Modell relativ grob. Ohnehin fehlt dem Motor ein wenig Tiefe, was sich noch deutlicher an der Unterseite bemerkbar macht. Da findet der geneigte Betrachter nur ein nett koloriertes Relief, das wenig berzeugen kann. Hier ist dann auch die gewaltige Sportauspuffanlage zu erkennen, die merkwrdig aussieht und auch nicht zur komfortablen Teppichauskleidung des Innenraumes passen will.

Vorne bietet auch das Schuco-Modell das Reserverad und den Tank. Das Reserverad wird von einem getzten und kolorierten Gurt an Ort und Stelle gehalten, der das Rad allerdings nicht umgreift und so ein wenig lieblos wirkt. Schner sind die Leuchten vorne und hinten, der fotogetzte Grill in der Motorhaube ist fantastisch und auch die Schriftzge ringsum sind sehr gelungen, die alle als Metallsticker ausgefhrt wurden. Die Zierleiste entlang der Seite wird auch durch einen Metallsticker imitiert, ein Detail, das AutoArt mit einem dreidimensionalen Teil schner gelst hat.

Die Felgen des Schuco-Modelles erscheinen recht simpel und im Vergleich zur AutoArt-Variante fehlt ihnen realistische Tiefe. Der Frontscheibenrahmen ist stimmig, die Scheibenwischer wieder etwas grob. Das Verdeck sieht nicht sonderlich realistisch aus und ist auch nicht besonders hbsch - letzteres ist vorbildgerecht. Gerade deshalb ist es vllig unverstndlich, dass man das Verdeck nicht abnehmen kann. Ja, Sie lesen richtig: Dieses hssliche Stck Plastik ist fest montiert.

Schucos erster Versuch auerhalb der gewohnten Nischen ist also leider als recht enttuschend zu bezeichnen. Dem sehr detailierten Innenraum und schnen Details stehen lieblose Vereinfachungen, ein fest montiertes Verdeck und grobe Spaltmae gegenber. Fr die Hlfte des verlangten Preises wre der Schuco-Speedster ein sehr gutes Angebot, fr 120 EUR ist er leider eine Enttuschung und kann nicht an Qualitten der sonst so hervorragenden Schuco-1:18er anknpfen.

Unser Fotomuster wurde uns freundlicherweise von Menzels Lokschuppen zur Verfgung gestellt. Wir bedanken uns herzlichst fr die Untersttzung!

Text und Fotos: Georg Hmel

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