Samstag, 15. November 2008
Das erste Großserienmodell der neuen Rolls Royce-Generation: Phantom Drophead Coupé von Minichamps, 1:43
Das Warten auf das erste offizielle Modell eines Rolls Royce aus der BMW-Ära hat sich gelohnt: Minichamps hat damit einen der Höhepunkte seiner 1/43-Kollektion erreicht.

Die Übernahme von RR/Bentley durch VW unter der Ägide von Ferdinand Piëch war ja schon ein kleiner Wirtschaftskrimi. Der damalige BMW-Chef Bernd Pischetsrieder war so gewitzt, dass man sich die Namensrechte an Rolls Royce sicherte, und während die Wolfsburger die veraltete Produktion inklusive des etwas weniger wertvollen Namens Bentley übernehmen mussten, konnten die Münchner in Goodwood eine Manufaktur bauen und ein völlig neues Auto entwickeln. Gut, letztlich hat Bentley mit der kleineren, technisch mit dem VW Phaeton verwandten Continental-Baureihe einen relativen Verkaufsschlager produziert, während die Erfolge der RR Phantom-Baureihe mit dem von BMW entwickelten Zwölfzylinder eher überschaubar blieben. Jetzt versucht man mit Drophead und Coupé weitere Käufer zu animieren, und für Superreiche wie z. B. David Beckham sind das die passenden Autos, die 2007 erstmals über 1000 Käufer fanden. Kurios ist es ja schon, dass ausgerechnet die traditionsreichen britischen Marken ohne deutsche Hilfe wohl nicht überlebt hätten, und dass die Rohkarosserien für RR im niederbayerischen Dingolfing, der Heimat des Goggomobils, produziert werden. . . .

Doch nun zum Modell, und da kommt schon beim ersten Blick Freude auf. Die Gesamtform ist beeindruckend, die Edelstahlmotorhaube und der Windschutzscheibenrahmen sind Minichamps perfekt gelungen, makellose Lackierung, filigraner Grill und Anbauteile und vor allem die Holzbeplankung über dem Verdeck vervollständigen das Bild. Und dann diese Innenausstattung: Armaturenbrett, Mittelkonsole, Türverkleidungen, Sitze mit schönen Kopfstützen und eingesetzten Gurten, das fügt sich zu einem vollkommenen Ganzen zusammen. Räder und Reifen sowie Bodengruppe mit freistehenden Aufhängungen sowie Auspuffanlage sind makellos. Gibt es auch Kritik? Eigentlich nicht, lediglich die Gurtschlösser hat Spark bei der Mercedes-Studie Ocean Drive (siehe unsere Besprechung) als Fotoätzteile eingebaut, beim Phantom sind sie nur schwarz bemalt. Und eine Sache hat der echte Rolls seiner Miniatur voraus: Bei ihm bleiben die RR-Logos auf den Radkappen immer horizontal, wäre ein großer Gag gewesen, das zu realisieren. Aber dann hätte das Modell mit Sicherheit den für das Gebotene moderaten Preisrahmen von ca. 45 Euro gesprengt.

Bleibt zu hoffen, dass Minichamps und Rolls Royce soviel Gefallen an der Zusammenarbeit gefunden haben, dass auch der Phantom Saloon noch verwirklicht wird. In die Reihe der Modelle von (ehemals) britischen Nobelmarken bei den Aachenern würde dieses Auto bestens passen!

Unsere Fotomuster wurden uns freundlicherweise von Menzels Lokschuppen und Supercars München zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlichst für die Unterstützung!

Text und Fotos: Georg Hämel/Rudi Seidel
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