Freitag, 8. Februar 2019

Regenmeister - BRM P167 Interserie 1972 von Spark fr Raceland, 1:43

ber die Beteiligung von BRM in der CanAm und der Interserie knnte man einen Roman schreiben, der von Dramen, einigen Erfolgen, vielen Pleiten und sogar kriminellen Aktivitten erzhlen wrde, wir wollen versuchen, die wichtigsten Ereignisse zu schildern.

Fr eine kleine Firma wie BRM war eigentlich schon das Formel1-Engagement eine Herausforderung, dementsprechend lief die Entwicklung des neuen CanAm-Renners eher nebenher. Tony Southgate konstruierte mit dem P154 ein eher konventionelles Auto, recht kompakt und ohne Heckflgel. Man schaffte es aber nicht, eine vernnftige Abstimmung zu erreichen und die selbstgetunten Chevy-V8 waren chronisch unzuverlssig. Immerhin erreichten George Eaton und Pedro Rodriguez in der Saison 1970 je einen dritten Platz. Zurck in England sprach der Mexikaner mit Southgate ber den P154, um ihm zu sagen, dass es eines der schlechtesten Rennautos war, die er je bewegt hat. Und das aus dem Mund eines Fahrers, der sich so gut wie nie beschwerte. Deshalb wurde fr 1971 einer der beiden P154 umgebaut, Radstand und Spurweite wurden vergrert, die Aerodynamik optimiert und der unvermeidliche Heckflgel montiert. Die Vernderungen waren so gravierend, dass das Kind auch einen neuen Namen, nmlich P167 bekam. Natrlich war der BRM nicht rechtzeitig fertig, deshalb brachte man ihn im Juli 1971 zum Norisring, wo Rodriguez ihn fahren sollte. Leider verhinderte ein Motorschaden den Einsatz und der Mexikaner bekam die Chance, fr das Team des Schweizers Herbert Mller einen Ferrari 512 zu fahren und dafr noch 1.500 $ zu kassieren. Unglcklicherweise verunfallte Rodriguez in Fhrung liegend tdlich, wohl durch einen technischen Defekt. Die Motivation fr die CanAm war bei BRM nicht mehr vorhanden, und so kam der Rennstallbesitzer Sid Taylor zu dem Auto, baute ein McLaren-Triebwerk ein und brachte Brian Redman dazu, seinen Rcktritt zu berdenken. Ergebnis dieser Aktion waren gleich zwei Siege in der Interserie in Imola und Hockenheim. Diese berzeugenden Auftritte brachten Redman einen Ferrari-Vertrag fr 1972! Aber erst einmal ging es zu den letzten CanAm-Lufen in die USA. In Laguna Seca belegte Redman Platz 3, fr Riverside musste er wegen der Trauerfeier fr seinen langjhrigen Teamgefhrten Jo Siffert, der bei einem eigentlich unwichtigen Formel1-Rennen zu Tode strzte, absagen. Er wurde durch den jungen Neuseelnder Howden Ganley ersetzt, der ebenfalls aufs Podium fuhr. Lustigerweise stand er da zusammen mit Denny Hulme und Pete Revson, fr den er frher als Mechaniker gearbeitet hatte. Interessant ist die Aussage Ganleys, der sowohl den McLaren, als auch den March und den BRM fuhr, dass er letzteren am besten empfand. Irgendwann gab es dann das Gercht, dass beide BRM bei einer Schiffshavarie im Atlantik versunken sind, das knnte vielleicht der Versuch gewesen sein, auf dem Wege des Versicherungsbetrugs an Geld zu kommen, entbehrte aber jeglicher Realitt.

Ursprnglich war fr 1972 eine CanAm-Saison geplant, aber da BRM keinen finanzkrftigen Sponsor fand, meldete man den P167 mit Howden Ganley fr die Interserie, als deren erster Lauf am 3. April die 300 km am Nrburgring ausgetragen wurden. Die Eifel wartete am Renntag wieder mit dem blichen Sauwetter auf, immerhin fiel kein Schnee, nur Regen, whrend das Training im Trockenen stattfand. Die ersten Startpltze gingen an Kauhsen und Kinnunen auf Porsche (noch ohne Turbo) sowie an Reine Wisell auf Lola, Ganley holte mit dem leistungsmig unterlegenen BRM Startplatz 4. Der Regen beim Rennen kam dem Neuseelnder entgegen, sein Triebwerk hatte zwar weniger Leistung, aber mit 7,6 Liter Hubraum ausreichend Drehmoment. Auerdem waren Southgate-Autos nach Aussage des Piloten bei Regen einfach gut und so gewann der Neuseelnder beide Lufe vor Willi Kauhsen auf dem Porsche 917/10. Leider gibt es vom Rennen so gut wie keine Fotos, nur vom Training, das bei schnerem Wetter stattfand. Dies erschwerte die Recherche fr das richtige Outfit des Modells, wie Friedrich Lmmermann uns erzhlte, fand man ein Video vom Rennen auf Youtube, mit dessen Hilfe konnte man die Beklebung rekonstruieren, die vom Training abwich. Im Verlauf der Saison gelang Howden Ganley noch ein Sieg in Zeltweg sowie ein zweiter Platz im finnischen Keimola. Dafr, dass er nicht an allen Rennen der Serie teilnehmen konnte, war Platz 4 im Klassement durchaus anerkennenswert, Ersatzfahrer waren brigens Helmut Marko und Vern Schuppan. Nach 1972 war die Geschichte von BRM bei den grovolumigen Zweisitzern beendet, in der Formel 1 hielt man sich noch bis 1977, dann war endgltig Schluss, nachdem der Finanzier Alfred Owen bereits 1975 starb.

Das Modell in 1:43 besitzt die von Spark gewohnten Qualitten, perfekte Form, hervorragende Verarbeitung, saubere Zweifarbenlackierung und Beklebung sowie unzhlige feine Details. Bei dem offenen Zweisitzer kommt es vor allem auf Cockpit und Antriebstechnik an, da hat man alle Register gezogen, die in diesem Mastab bei einem Serienmodell mglich sind, wie man beim Betrachten der Bilder erkennen kann. Und davon, dass Raceland genau aufgepasst hat, dass auch jede Kleinigkeit beachtet wurde, kann man ausgehen. Dieser BRM ist eine Bereicherung der Kollektion fr die Freunde der grovolumigen Rennsportwagen der 60er/70er Jahre. Bisher gibt es den P167 nur als Raceland-Exklusivmodell, wir hoffen schon auf eine CanAm-Variante von 1971, sind aber erst einmal glcklich, den BRM bei seinen Interserie-Kollegen zu parken.

Unser Fotomuster kommt von Raceland, herzlichen Dank fr die Untersttzung!

Fotos und Text: Rudi Seidel

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