Mittwoch, 15. August 2018

Wei/blauer Monoposto - Lola-BMW T102 GP Deutschland 1968 von Spark fr Raceland, 1:43

Mit dem Lola-BMW Formel 2 hat Raceland bei Spark wieder ein echtes Wunschmodell produzieren lassen, das sowohl Fans der wei/blauen Marke als auch die Liebhaber klassischer Monoposti erfreuen wird. Wir haben uns das Modell genau angeschaut und seine Geschichte recherchiert.

BMW war ja bereits mit Derivaten des kleinen 700 motorsportlich unterwegs, die Einfhrung der Neuen Klasse mit einem hochmodernen Vierzylinder bildete die Basis fr weiteres Engagement. Alexander von Falkenhausen sah das Potential dieses Triebwerks und mit dem sterreicher Ludwig Apfelbeck hatte man einen erfahrenen Konstrukteur an der Hand. Apfelbecks Ziel war die Schaffung einer idealen, halbkugeligen Brennraumform mit kreuzweise gegenberliegenden vier Ventilen, die dadurch auch besonders gro dimensioniert werden konnten. Das zuerst entstandene Exemplar wurde, noch mit Solex-Vergasern bestckt, in ein Brabham Formel 2-Chassis eingebaut. Mit Hilfe von Nitromethan-Treibstoff kam man bei 2 Liter Hubraum auf 310 PS. Der soeben im November 1966 von Abarth zu BMW gekommene neue Rennleiter Klaus Steinmetz hatte die undankbare Aufgabe, von Falkenhausen klarzumachen, dass die jungen Fahrer Hubert Hahne oder Dieter Quester geeigneter wren, die bestehenden Rekorde von Abarth zu brechen, aber der Erfolg gab ihm recht, man holte sich drei Bestwerte, unter anderem ber die Viertelmeile.

1967 sollte es dann richtig in der Formel 2 losgehen, man lie bei Lola zwei T100 mit Apfelbeck 1,6-Liter Triebwerken und Hewland-Getrieben aufbauen, auch das Team von John Surtees baute teilweise auf BMW-Power. Aber, kurz gesagt, verlief die Saison unerfreulich. Hubert Hahne lag in der Gesamtwertung der Formel 2-EM gerade einmal auf Platz 12, Probleme waren vor allem die zu kurze Vorbereitungszeit, unzureichende finanzielle Mittel, deshalb zu wenig Tests und ausserdem erwies sich die Leistungscharakteristik des Apfelbeck-Triebwerks als nicht optimal. Dazu kam, dass der komplizierte Zylinderkopf zu hoch baute und zuviel Gewicht und damit einen hohen Schwerpunkt brachte. Viel Publicity brachte ein erster Auftritt Hahnes beim GP Deutschland auf dem Nrburgring, wo er mit einem 2-Liter-Triebwerk mit rund 260 PS im Konzert der Groen mitgeigte und immerhin bis auf Platz 6 vorstie, bevor der Motor aufgab.

Fr 1968 hatte BMW dann ein volles Programm: Tourenwagenrennen mit dem 2002, Bergrennen mit dem Monti Spider sowie Formel 2 mit dem neuen Lola-BMW T102. Steinmetz hatte inzwischen den jungen Motoreningenieur Paul Rosche in die Rennabteilung geholt und, wie sich der Rennleiter erinnerte, mit Hilfe abgzweigter Gelder aus anderen Projekten von diesem einen neuen Motor konstruieren lassen, da man von einer Weiterentwicklung des Apfelbeck-Triebwerks nicht berzeugt war. Natrlich dauerte die Entwicklung lange, man wollte nicht wieder unvorbereitet an den Start gehen, aber bei den letzten drei Rennen der Formel 2-EM zeigte man, dass der BMW-Motor konkurrenzfhig war. Vorher nahm man allerdings noch einmal die Chance wahr, mit den groen 3-Liter-Autos mitzufahren. Der AvD als Veranstalter des Groen Preises von Deutschland und Europa wollte das Starterfeld wieder mit Formel 2-Rennern auffllen. Deshalb kam Hubert Hahne nochmals mit dem Apfelbeck-2-Liter, aber schon im neuen Chassis, an den Start. Und diesen Lola-BMW hat sich Raceland fr die Gold Edition ausgesucht.

In der Eifel herrschte typisches Augustwetter, Nebel und extreme Regenflle machten den WM-Lauf zu einem schieren Geisterritt. Schon im Training kamen die schnellsten Fahrer gerade mal knapp ber 9 Minuten, also fast auf Tourenwagenniveau. Am Renntag setzte sich das Mistwetter fort, so dass einige Rahmenrennen ganz abgesagt werden mussten. Den Sieg holte sich vllig ungefhrdet Jackie Stewart auf Matra-Ford, er hatte am Ende ber vier Minuten Vorsprung auf Graham Hill. Hubert Hahne auf dem natrlich leistungsmig unterlegenen Lola-BMW startete als 18. von 20 Teilnehmern und kmpfte sich aufgrund seiner Nrburgring-Erfahrung trotz eines Boxenstopps bis auf Platz 10 als letzter nicht berrundeter Fahrer nach vorne, Leider fing Hahne sich beim Unfall Vic Elfords einige Trmmerteile ein und beschdigte seinen Frontspoiler, was die Straenlage nicht verbesserte. Sicherlich trugen auch die neuen Regenreifen von Dunlop ihren Teil zu Stewarts Erfolg bei, die der Konkurrenz von Goodyear berlegen waren.

BMW nahm brigens noch zwei weitere Jahre an der Formel 2-EM teil, dann aber mit neuen, bei Dornier entwickelten Chassis und durchaus mit einigen Erfolgen. Klaus Steinmetz verlie die Mnchner schon 1969 in Richtung Opel und die Rennabteilung wurde Ende 1970 geschlossen. Allerdings durfte Paul Rosche weiterhin Rennmotoren entwickeln, die ab 1973 in der Formel 2 konkurrenzlos waren und aus denen ja auch der Formel 1-Turbo entstand, mit dem Nelson Piquet 1983 Weltmeister wurde.

Endlich zum Modell: Spark hat ja inzwischen groe Erfahrung in der Produktion von Formelfahrzeugen, das sieht man dem kleinen Lola an. Die Form und die Details entsprechen den Originalfotos, die Lackierung und Beklebung sind sauber ausgefhrt. Ob man Fahrerfiguren mag, ist persnliches Empfinden, der kleine Hubert sieht aber gut aus, vor allem der Helm mit dem Visier wirkt vorbildgerecht. Vom Motor ist durch die Verkleidung nicht allzuviel zu sehen, aber die Ansaugstutzen und die Auspuffanlage mit ihrer feinen Halterung sind perfekt reproduziert, wie auch das Getriebe und der lkhler auf der Haube mit seiner etwas improvisiert wirkenden Abdeckung. Die Rder sind vorbildgerecht mit Regenreifen versehen, das I-Tpfelchen stellt der Frontspoiler mit seinen feinen Halterungen dar. Die Radaufhngungen sind nicht aus Fototzteilen hergestellt, was ihnen ein besseres, dreidimensionales Aussehen verleiht, dass sie etwas dicker als im Original wirken, kann man akzeptieren. Bleibt als Fazit, dass Raceland zusammen mit Spark ein tolles Ergebnis abgeliefert hat. Bei einer Auflage von lediglich 300 Stck sollte man nicht zu lange warten, die fairen 69,95 Euro fr den wei-blauen Monoposto zu investieren.

Unser Fotomuster kommt von Raceland, vielen Dank fr die Untersttzung.

Fotos und Text: Rudi Seidel

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