Dienstag, 18. August 2026

Mit dem Skorpion auf Reisen - OM Tigre Renntransporter Scuderia Abarth 1960 von Centauria, 1:43

Schon wieder beschert Centauria in seiner Serie von Renntransportern in 1:43 dem Sammler eine gelungene Miniatur eines interessanten Vorbilds. Auch dieser OM in Diensten der Scuderia Abarth war bisher nur als teures Resinmodell zu bekommen.

Um die teameigenen Autos zu den großen europäischen Rennstrecken zu transportieren, setzte die Scuderia Abarth ab 1960 einen eigenen Transporter ein. Dieser entstand auf dem Chassis eines OM Tigre, eines mittelgroßen LKW mit einem aufgeladenen Vierzylinder-Dieseltriebwerk, das aus 6870 cm³ 105 PS bei 1900 1/min holte. Die Nutzlast betrug 7,5 Tonnen. Der Aufbau wurde nicht von einem der großen Carrozziere wie Bartoletti produziert, sondern im eigenen Hause mit der Unterstützung ortsansässiger kleiner Werkstätten erstellt. Da der OM Tigre über zwölf Jahre im Dienst der Scuderia Abarth verbrachte, gibt es nahezu unbegrenzte Möglichkeiten der Beladung. Auf den Vorbildfotos sieht man zeitweise, dass seitlich unter der oberen Rampe Räder aufgehängt wurden, das könnte man sicherlich nachbauen, passende Radsätze sollte es im Zubehörhandel geben.

OM, die Officine Meccaniche, wurden übrigens bereits 1899 gegründet, hauptsächlich produzierte man Schienenfahrzeuge. 1917 übernahm man den Autohersteller Züst in Brescia und hat bis 1934 sowohl kleine als auch hochklassige, oft sportliche Personenwagen gebaut. Unter anderem schaffte man bei der ersten Mille Miglia 1927 einen Dreifachsieg. 1933 übernahm Fiat die Firmengruppe und ab dann konzentrierte man sich auf LKWs und andere Nutzfahrzeuge. 1975 schließlich ging OM in der Iveco-Gruppe auf und zehn Jahre später verschwand der Markenname.

Das Modell, das bei Sonic, der Muttergesellschaft von IXO usw. in Bangladesh produziert wird, entspricht der üblichen Machart: Rahmen und Führerhaus in Diecast, der Rest ist Kunststoff. Lackierung, Bedruckung sind genauso zufriedenstellend wie die Gesamtqualität. Natürlich darf man für 30,90 Euro keine Fotoätzteile oder filigranste Details erwarten, aber die feine Gestaltung des Führerhauses verdient Anerkennung. Auch am Unterboden fehlt nichts, sowohl die Technik als auch Tanks, Schmutzlappen und Ersatzrad sind da. Der Aufbau hat keine weiteren Funktionen, beim Original dürfte am Heck noch ein Lift vorhanden gewesen sein, wie hätte man sonst die Abarths in die obere Etage bringen sollen. Aber wenn der OM beladen in der Vitrine steht, macht man sich darüber keinen Kopf und freut sich am Anblick. Insgesamt ist dieses Modell wirklich sehr gelungen, da verzeiht man auch den kleinen Fehler, dass beim Shell-Logo seitlich am Aufbau „Lubricanti“ statt „Lubrificanti“ steht. Die Geländer an der oberen Ebene sind übrigens sehr fein und dementsprechend empfindlich, beim Spielen mit dem Modell ist etwas Vorsicht geboten.

Auch dieses Modell ist aktuell direkt bei Centauria zum Normalpreis + Porto bestellbar, bei Interesse würde ich nicht zu lange warten, der kürzlich vorgestellte Lancia Esatau ist bereits ausverkauft. Gerade erschienen ist der Pegaso Bacalao, ebenfalls ein sehr interessantes Fahrzeug, das es allerdings bereits früher in einer spanischen Kioskserie gab. Ich bin gespannt, was uns von Centauria noch erwartet!

Fotos und Text: Rudi Seidel

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