Montag, 22. Juni 2026
Formel 1-Power im Heck - Porsche 930 TAG Turbo Lanzante von Spark, 1:43
Die Tuning-Szene, Restomods und alles, was in diese Richtung weist, sind mir ehrlicherweise total fremd, wahrscheinlich bin ich zu alt dafür, das zu verstehen. Aber die Idee von Dean Lanzante, ein originales Formel 1-Triebwerk in einen Porsche 930 Turbo zu verpflanzen, finde ich sehr interessant!
Der geniale Motorenkonstrukteur Hans Mezger war bei Porsche sowohl für den Sechszylinder-Boxer des 911 als auch für das im Auftrag von TAG (Techniques d'Avantgarde) entwickelte Turbotriebwerk verantwortlich, mit dessen Power Niki Lauda und Alsin Prost 1984 bis 1986 die Fahrerweltmeisterschaft gewinnen konnten. Bereits damals wurde wohl ein 911er mit dem Sechszylinder-Turbotriebwerk aus der Formel 1 gebaut, ein Geschenk von Porsche an den Partner McLaren. Die in England beheimatete Firma Lanzante Limited ist bereits seit den 70er Jahren für die Restaurierung und den Einsatz von hochklassigen Sportwagen bekannt, so betreute man zum Beispiel den 1995 in Le Mans siegreichen McLaren F1. Irgendwann kam Dean Lanzante, der Sohn des Gründers, auf die Idee, ebenfalls einen Porsche Turbo mit Formel 1-Power zu bauen. Durch die guten Kontakte zu McLaren schaffte er es, die dort noch gelagerten TAG-Triebwerke zu kaufen, nachdem man dort keine Verwendung dafür fand. Und so entstanden insgesamt elf individuell aufgebaute 930 TAG Turbos, jeder anders lackiert und ausgestattet.
Die V6-Turbos mit nur 1,5 Liter Hubraum wurden bei Cosworth überholt und straßentauglich gemacht, von den 1.000 PS im Renntrim blieb die gute Hälfte übrig, genug, um den Porsche auf 320 km/h zu bringen. Die Basisfahrzeuge wurden komplett zerlegt und neu aufgebaut, dabei wurden Maßnahmen getroffen, das Gewicht zu senken, wie zum Beispiel Hauben, Stoßfängern und Heckspoiler aus Carbon und Aluminium-Türen. Selbstverständlich darf der Fahrer selbst schalten, dafür gibt es ein Sechsgang-Getriebe. Auf dem Schweller der Fahrertür findet der Besitzer zwei Plaketten mit der Motornummer des TAG-Triebwerks und den Einsätzen mit Fahrernamen und Platzierung. Von außen sieht der Turbo relativ dezent aus, lediglich die Front weist zusätzliche Lufteinlässe auf und die Motorhaube wurde neu gestaltet, um die zwei großen Ladeluftkühler unterzubringen. Dazu kommen zwei Auspuffendrohre rechts und links. Statt der serienmäßigen Fuchs-Leichtmetallräder verwendet Lanzante spezielle Ruf-Räder. Auf der Website von Lanzante kann man alle Autos in ihren verschiedenen Lackierungen bewundern. Jedes hat eine eigene Typennummer, die sich auf den Einsatz es Triebwerks bezieht. Das Vorbild des Spark-Modells trägt die NL84 (NL = Niki Lauda). Einer der elf TAG Turbos wurde übrigens im August 2025 für rund 1,7 Mio. Euro versteigert.
Mich persönlich freut es, dass Spark dieses Vorbild in schlichtem Grand Prix Weiß ausgewählt hat. Zusammen mit den schwarzen Elementen und den silberfarbenen Rädern sieht der Porsche sehr schön und klassisch aus. Grundform, Details und Lackierung hinterlassen einen guten Eindruck, im Cockpit sieht man Sitze mit Streifenmuster und sogar die Sicherheitsgurtschnallen an der B-Säule. Dass die Scheibenrahmen nur aufgedruckt sind, empfinde ich nicht als Nachteil, so können sie sich wenigstens nicht lösen. Insgesamt ein sehr gelungenes Modell eines interessanten Fahrzeugs.
Porsche 930 TAG Turbo, Spark, Bestellnummer S4499, Auslieferung April 2026, keine bekannte Limitierung, Made in Madagascar.
Das Fotomuster kommt von Supercars in München, vielen Dank für die Unterstützung.
Fotos und Text: Rudi Seidel






















