Dienstag, 14. April 2026
Der Vorstand zog die Notbremse - Porsche 9R3 LMP 2000 von Spark für Porsche, 1:43
Exklusiv für das Porsche-Museum hat Spark jetzt ein Modell des Porsche 9R3 LMP 2000 gefertigt, das man aktuell nur im Museum kaufen kann. Wir haben es für eine Vorstellung besorgt und die spannende Geschichte dieses Einzelstücks verfolgt.
Nach dem Sieg bei den 24h von Le Mans 1998 mit dem 911 GT1 war der Vorstand bereit, der Rennabteilung den Auftrag für die Entwicklung eines LMP900-Prototypen zu erteilen, um die Chance auf weitere Siege zu erhalten. Für einen Start im Folgejahr war die Zeit allerdings zu knapp, deshalb verschob man den Einsatz auf das Jahr 2000. Man konzipierte ein neues Chassis aus Kohlefaser, das mangels eigenes Autoklaven bei Lola Composites gebacken wurde. Beim Triebwerk konnte man auf ein verhindertes Projekt für die Formel 1 zurückgreifen, allerdings wurde der Zehnzylinder von 3,5 auf 5,5 Liter Hubraum vergrößert, trotz vorgeschriebener Restriktoren wurden 650 PS erreicht. Aber dann geschah etwas völlig unerwartetes: Zwei Wochen vor dem Rollout stoppte der Vorstand in Person von Wendelin Wiedeking das Projekt. Ob alleine wirtschaftliche Gründe oder das Vermeiden einer Konfrontation mit Audi dazu führten, ist bis heute nicht sicher bestätigt. Immerhin bekam die Rennsportabteilung die Erlaubnis, das Auto fertig zu stellen und in Weissach zu testen. So konnten Bob Wollek und Allan McNish immerhin einige Runden drehen, bevor der 9R3 im geheimen Prototypenlager landete und seine Existenz trotz einiger Erlkönigfotos geleugnet wurde.
Es dauerte tatsächlich fast 20 Jahre, bis die Öffentlichkeit das Einzelstück zu sehen bekam. Beim Festival of Speed 2018 in Goodwood feierte man 70 Jahre Porsche und zu diesem Anlass holte man das Auto aus seinem Versteck, um es auszustellen. Es sollte dann aber noch bis Ende 2024 dauern, dass man es auch fahren sehen (und hören!) konnte. Porsche Heritage und das Museum widmeten sich der Aufgabe, die Technik wieder zum Leben zu erwecken. Während das Triebwerk kein großes Problem darstellte, war das Wiederbeleben der Steuereinheit für die Schaltung, dies gelang letztlich mit Komponenten aus der Formel E. So gab es nach 25 Jahren ein Wiedersehen aller damals am Projekt Beteiligten, bei dem Allan McNish die Ehre hatte, den 9R3 zu fahren. Der andere Fahrer von damals Bob Wollek war ja leider schon lange nicht mehr am Leben.
Schön, dass man bei Porsche auch an die Modellautosammler denkt, mit Spark hat man ja einen guten Partner für solche Projekte an der Hand. Die Verpackung zeigt bereits Andeutungen der Karbonstruktur, da der Porsche nicht lackiert war und ist, muss die ganze Karosserie beklebt werden. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie faltenfrei man das bei einem Modell in 1:43 hinbekommen kann, selbst die unterschiedlichen Winkel der Struktur werden reproduziert. Ansonsten gibt es keine Überraschungen, die restlichen Decals, die feinen Details, originalgetreue Räder, schöne Scheinwerfer, da gibt es nichts auszusetzen. Lediglich die nur als Decal verarbeiteten Sicherheitsgurte im ansonsten kompletten Cockpit fallen gegen den Rest der Miniatur etwas ab.
Wie gesagt, gibt es das in Madagaskar produzierte Modell derzeit nur im Porsche-Museum in Stuttgart, die Bestellnummer lautet MAP 020 650 25. Ob es einmal eine Fachhandelsversion geben wird, ist nicht bekannt.























