Dienstag, 31. März 2026

Der Beginn des Siegeszugs der Scheibenbremse - Jaguar C-Type Le Mans 1953 von Spark, 1:43

Nach dem Sieg bei den 24 h von Le Mans 1951 und dem Debakel im Folgejahr gab man sich bei Jaguar viel Mühe, den C-Type auf den neuesten Stand zu bringen. Das Aerodynamik-Experiment von 1952, das bei allen drei Autos zur Überhitzung des Motors geführt hatte, wurde aufgegeben. Optisch ähnelten die neuen C-Types ihren Vorgängern von 1951, allerdings wurden Rahmen und Karosserien abgespeckt sowie flexible Benzintanks wie in Flugzeugen verwendet. Ein Erkennungsmerkmal der leichten Werkswagen waren die zwei Verstärkungsrippen auf dem Heck. Aber auch technisch tat sich einiges: Die Köpfe der Sechszylindermotoren wurden von Harry Weslake überarbeitet, die zwei SU-Doppelvergaser wichen deren drei von Weber. Die 218 PS wurden mit einer Dreischeibenkupplung übertragen. Die eigentliche Sensation war der erste Einsatz der neu entwickelten Dunlop-Scheibenbremsen, die den Trommeln der Mitbewerber haushoch überlegen waren.

Aus den Fehlern des Vorjahres hat man gelernt, dass ausgiebige Tests vor dem Rennen hilfreich sind, die fanden auf dem Hochgeschwindigkeitskurs MIRA statt. Vor dem Start gab es noch einen kleinen Skandal, Ferrari meldete der Rennleitung, dass Jaguar beim Training gleichzeitig zwei Autos mit der Startnummer 18 im Einsatz hatte. Die Briten kamen mit einer Geldstrafe davon, da die Fahrer Rolt und Hamilton aber noch am Abend vor dem Rennen davon ausgehen mussten, disqualifiziert zu werden, blieben sie angeblich sehr lange in einer Bar, was zu einem Kater am Morgen führte. Der eigentlich schnellste C-Type mit Stirling Moss und Peter Walker hatte einige Probleme, so rückte die 18 mit Tony Rolt und Duncan Hamilton an die Spitze, die sie fast die ganzen 24 Stunden hielt. Gleich drei neue Rekorde wurden aufgestellt: Der erste Sieg mit mehr als 100 mph Schnitt, mit mehr als 300 Runden und mehr als 4000 km Distanz. Moss und Walker kämpften sich noch auf den zweiten Rang nach vorn, einen Dreifacherfolg für Jaguar verhinderte letztlich der Cunningham von Fitch/Walters, der den dritten C-Type auf Platz vier verdrängte. Damit endete die Erfolgsstory dieses Jaguar-Modells in der Sarthe, der Staffelstab ging an den Nachfolger namens D-Type, der mit Rang zwei startete und drei Gesamtsiege folgen ließ.

An Modellen des Jaguar C-Type haben sich in 1:43 schon viele Hersteller versucht, neben manchen Kits fallen mir auf Anhieb Brumm, Autoart, Top Model, Quartzo oder IXO ein. Interessanterweise hat man bei IXO die vorherigen Fehler am Heck des Quartzo-Modells korrigiert. Wer also diese Miniatur in der Sammlung stehen hat, braucht nicht nach dem neuen Spark zu schielen. Natürlich kommt aus Madagaskar ein hübsches Modell mit feinen Details, wie die Fotos zeigen. Insgesamt wirkt der C-Type von Spark zierlich, beim Nachmessen zeigt sich, dass er für 1:43 eine Idee zu klein ist. Ein echtes Manko sind die Räder: Sie sind zu breit, die Reifen wirken zu niedrig und das Felgenbett ist viel zu tief. Beim Original stehen die Zentralverschlüsse über die Räder hinaus, beim Modell überhaupt nicht. Vor allem, wenn man sieht, dass Spark bei den Aston Martin DB3S passendere Räder zur Verfügung haben würde, ist das nicht nachzuvollziehen. Kann es wahr sein, dass man bei einem Modell für rund 80 Euro noch passende Räder im Zubehörhandel suchen muss?

Jaguar C-Type Jaguar Cars Ltd. Sieger Le Mans 1953, Spark, Bestellnummer 43LM1953, Auslieferung März 2026, keine bekannte Limitierung, Made in Madagascar.

Fotos und Text: Rudi Seidel

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