Sonntag, 29. März 2026
La Dolce Vita - Fiat 500 Jolly von Norev, 1:18
Kleine Strandautos warem das "Must-have" für die Schönen und Reichen Mitte der 1950er Jahre. Um stilvoll den Weg von der Yacht im Hafen zur Villa oder am Strand entlang zurücklegen zu können, wurden Kleinwagen mit rundum offenen Sonderkarosserien versehen. Die Könige dieser kleinen Strandmobile dürften aus der Carrozzeria Ghia stammen, die solche Fahrzeuge auf Basis verschiedenster Automobile anbot. Den Fiat 600 hatte man bereits zum "Jolly" getauften Strandwagen umgebaut, 1957 präsentierte man den kleineren Fiat 500 Jolly, der angeblich auf Initiative Gianni Agnellis zurückzuführen sein soll, der sich ein kleines Auto wünschte, dass er auf seiner Yacht mitführen konnte.
Ghia entfernte Türen und Dach (Strandautos sind nur für schönes Wetter gedacht) undbaute für bessere Stabilität neue, verstärkte Schweller ein. Ringsum sind verchromte Metallrohre zu finden, die neben dem praktischen Nutzen als Haltegriffe einen nautischen Look geben. Ein Dach gab es nicht, nur ein Sonnendach, das auf einer Rohrkonstruktion aufgesetzt werden konnte, um ein wenig Schatten zu spenden. Die Sitze konnten aus Plastik oder aus Korbgeflecht geordert werden, um den Jolly auch mit nasser Badehose nutzen zu können. Der Fiat 500 Jolly wurde in der reichen Zielgruppe ein voller Erfolg, auch der Preis, der fast doppelt so hoch war wie der eines "normalen" Fiat 500, war kein Hindernis. Genaue Produktionszahlen lassen sich heute schwer ermitteln, zwischen 600 und 700 Jolly-Varianten wurden wohl gebaut.
Norev zeigte auf der Spielwarenmesse 2025 erstmals ein hauseigenes Modell des sehr offenen Fiat. Schon das Messemuster konnte begeistern, aber man wollte an der Darstellung des Daches, besonders der seitlichen Fransen, noch einmal arbeiten. Nun, die sehen immer noch genauso aus, wie vor einem Jahr - aber das macht nichts, das Modell ist bildhübsch geworden. In Gelb oder Orange (und exklusiv im Norev-Webshop in Rosa) ist der Jolly nun zu haben, weitere Farben folgen in Kürze. Die Proportionen passen perfekt, die feinen Chromleisten bilden einen schönen Kontrast zum pastelligen Lack. Nur wenige Teile konnte man vom bereits vorhandenen "normalen" Fiat 500 übernehmen, die Leuchten gehören dazu und haben viel Tiefe.
Hauben lassen sich nicht öffnen, aber das Interieur liegt natürlich voll im Blickfeld des Betrachters. Da gibt es neben dem schlichten (aber herrlich zeitgenössischen) Armaturenbrett wunderbar nachgebildete Korbsitze in realistischem Braunton, deren feine Struktur die Norev-Modelleure exzellent treffen. Für den Gepäckträger am Heck liegt ein Köfferchen in Korboptik bei. Das Anbringen des Sonnendaches geht problemlos, aber ohne dasselbe finde ich ihn noch schöner. Die rundum makellose Verarbeitung rundet dieses überaus gelungene Modell perfekt ab. Der kleine Jolly macht viel Spaß!
Fotos und Text: Georg Hämel
























