Dienstag, 24. März 2026

Feine Details, falsche Dachform - Porsche 356 SL Le Mans 1953 von Spark, 1:43

Nachdem Porsche mit den Leichtbau-356 bei der Premiere in Le Mans 1951 sowie im Folgejahr die Klasse bis 1100 ccm gewinnen konnte, kam man 1953 mit „richtigen“ Rennautos in die Sarthe. Die beiden 550 Coupés waren sofort erfolgreich und kamen auf Rang 15 und 16 ins Ziel. Dazu kam der Klassensieg bis 1500 ccm, obwohl man noch nicht über den berühmten Fuhrmann-Motor verfügen konnte. Zusätzlich brachte Porsche noch zwei der alten Gmünd-356 SL mit. Während die Startnummer 46 mit 1,5 Liter Hubraum privat gemeldet, aber vom Werk unterstützt wurde, wurde die #49 offiziell von Porsche eingesetzt und vom Klassensieger der Jahre 1951/52, Auguste „Toto“ Veuillet zusammen mit Petermax Müller pilotiert, um den Hattrick in der kleinen Klasse zu schaffen.

Während die nagelneuen 550 Coupés, wie gesagt, erfolgreich waren, kam 1953 keiner der 356 ins Ziel. Der Porsche von Gonzague Olivier / Eugène Martin musste bereits nach 115 Runden mit Motorschaden die Segel streichen, Veuillet und Müller kamen nicht viel weiter, nach 147 Runden war am Sonntagmorgen Schluss. Interessant an den Coupés waren die Änderungen im Karosseriebereich. 1951 waren alle Räder vollverkleidet, 1952 zumindest zeitweise nur die Vorderräder und im letzten Einsatzjahr nur die Hinterräder. Warum man so vorging, bleibt mir unbekannt. Auffällig war des weiteren ein niedriger gezogener Dachaufbau bei der Startnummer 49. Dass man tatsächlich so viel Aufwand betrieben hat, ist erstaunlich. Oder hatte der Porsche zwischendurch einen Unfall und wurde neu aufgebaut? An Front und Heck wichen die angedeuteten Stoßstange runden Schürzen.

Spark hat inzwischen in 1:43 alle Porsche 356 SL von Le Mans als Modell gefertigt. Mich hat interessiert, ob man die geänderte Dachlinie beim Veuillet-Auto von 1953 berücksichtigt hat, leider wurde ich wieder einmal enttäuscht. Mir kommt sowieso beim Vergleich der Fotos bei allen Spark-Miniaturen das für die Gmünd-356 typische Dreiecksfenster in den Türen zu kurz vor, aber bei der #49 hat man einfach das gleiche Dach wie bei allen anderen belassen. Lediglich die Windschutzscheibe sieht anders aus als bei der #46, aber das rettet die Sache nicht. Ansonsten viele schöne Details, eine feine, seidenmatte Lackierung und eine saubere Verarbeitung. Unklar ist mir nach wie vor die Bedeutung des dritten Scheibenwischers. Auf den mir bekannten Fotos liegt er meistens auf dem Dach, nicht wie beim Modell auf der Scheibe, wer kann mehr dazu sagen?

So kann ich eigentlich nur empfehlen, die #49 zu kaufen, wenn es denn ein 356er aus diesem Jahr sein soll. Schade, dass Spark wieder einmal seinem Anspruch, perfekte Modelle anzubieten, nicht gerecht wird.

Porsche 356 Porsche KG Le Mans 1953, Spark, Bestellnummer S9704, Auslieferung März 2026, keine bekannte Limitierung, Made in Madagascar.

Unser Fotomuster kommt von Supercars in München, vielen Dank für die Unterstützung.

Fotos und Text: Rudi Seidel

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