Samstag, 7. März 2026

Teamerfolg auf Sizilien - Alfa Romeo T33/2 Targa Florio 1968 von Spark, 1:43

Von Spark sind inzwischen schon einige Varianten des Alfa Romeo 33/2 produziert worden, ob Langheck, Coupé oder Spider, für die Vorstellung habe ich mir eines der Autos ausgesucht, das 1968 die Targa Florio bestritten hatte.

Die Geschichte des Alfa Romeo 33 begann bereits 1967, genaues dazu findet man im Artikel über den Sebring-Teilnehmer in unserem Archiv. Die etwas überraschende und kurzfristige Entscheidung der FIA, den Hubraum der Sportprototypen für 1968 auf 3 Liter zu begrenzen, führte dazu, dass die Karten völlig neu gemischt wurden. Sowohl Ferrari als auch die amerikanischen Konkurrenten Ford und Chaparral waren plötzlich außen vor. Lediglich die als Sportwagen homologierten Ford GT40 und Lola T70 mischten noch mit. Schlimm erwischte es Carlo Abarth, der für 1968 bereits einen Prototypen mit 6 Liter Hubraum in Entwicklung hatte, der zur Totgeburt wurde. Alfa Romeo hingegen verfolgte seinen Weg weiter und präsentierte bereits Ende November 1967 mit dem 33/2 sein Auto für die neue Saison. Auf das modifizierte Chassis des Vorgängers wurde eine aerodynamisch optimierte GFK-Karosserie montiert, dazu wurden eine Menge Windkanaltests durchgeführt. Das Dachteil des Coupés war herausnehmbar, so konnte man bei langsameren, kurvigen Strecken Gewicht sparen und die Hitze im Cockpit verringern. Für Le Mans kam noch eine Langheckversion dazu. Motorseitig stand neben dem bekannten 2-Liter-V8 eine aufgebohrte Variante mit 2,5 Liter Hubraum zur Verfügung. Die Kühler wanderten von der Front an die Seiten hinter dem Cockpit, später gab es aber wieder Varianten mit dem Ölkühler vor dem Cockpit, erkennbar an der Haube mit Öffnung. Mit 630 kg war der neue Alfa 30 kg leichter als der Vorgänger, aber immer noch wesentlich schwerer als die Konkurrenz aus Stuttgart.

Der Saisonbeginn in Daytona lief ganz gut, immerhin landeten drei Alfas im Formationsflug auf den Rängen Fünf bis Sieben, lediglich drei Porsche 907 und ein Shelby Mustang waren schneller. Diesem Erfolg verdankte der 33/2 auch seinen zusätzlichen Namen "Daytona". In Brands Hatch und Monza lief es nicht so gut, dann kam die Targa Florio, für die Italiener natürlich eine besondere Herausforderung. Für den Lokalmatador Nino Vaccarella präparierte man ein Auto mit dem 2,5-Liter-Triebwerk, dazu kamen fünf Zweiliter, zwei davon vom belgischen VDS-Team. Für den stärksten Alfa Romeo endete das Rennen allerdings schon in der vierten Runde, als der Deutsche Udo Schütz als Copilot des sizilianischen Schuldirektors bereits 14 km nach dem Fahrerwechsel von der Strecke rutschte. Die restlichen 33/2 schlugen sich wacker und belegten die Ränge 2, 3, 5 und 6, lediglich eines der VDS-Autos blieb auf der Strecke. Gegen Vic Elford auf dem Porsche 907 hatten sie alle keine Chance, der englische Allrounder hatte nach mehreren Pannen 18 Minuten Rückstand auf die Konkurrenten und fuhr wie entfesselt. Wer die kleine Madonie mit ihren Kurven kennt, kann sich vielleicht vorstellen, was es bedeutete, die 72 km in knapp über 36 Minuten zu absolvieren. Hinter den Zweitplatzierten Ignazio Giunti / Nanni Galli landete das Vorbild unseres Fotomodells mit der Startnummer 192 unter Lucien Bianchi / Mario Casoni nach einem relativ ruhigen Rennen auf dem dritten Rang. In der Gesamtwertung der WM war Alfa Romeo naturgemäß chancenlos, den Sieg holte sich John Wyers Team mit dem Ford GT40 knapp vor Porsche.

Wie gewohnt, sieht das Modell von Spark in 1:43 auf den ersten Blick gut aus. Saubere Verarbeitung und Lackierung, viele kleine Details und schöne Räder runden das Bild ab. Einer genaueren Betrachtung und Recherche hält die Miniatur allerdings nicht vollständig stand. Das Rot scheint mir wieder etwas zu dunkel und die Startnummern sind leider falsch. Da sie damals tatsächlich noch mit dem Pinsel aufgemalt wurden, dürfen sie keine rechteckigen Enden haben, das hat Spark missachtet. Insgesamt wirkt der 33/2 etwas klein, in Länge und Breite fehlen aber nur ein, zwei Millimeter. Meiner Meinung nach liegt es daran, dass die Front des Autos zu schmal und zu gerade ausgefallen ist, gerade die Schwünge der vorderen Kotflügel waren etwas „barocker“. Die kleinen Dinge wie Scheinwerfer, Wischer, Tankverschlüsse, Kühlergitter usw. entsprechen dem hohen Standard des Herstellers. Das Cockpit ist wunderbar fein nachgebildet, was man natürlich durch das offene Dach gut sehen kann. Der Blick unter das Heckfenster lässt die acht Ansaugstutzen erkennen, die beim Vorbild allerdings leicht zueinander im Winkel standen, beim Modell aber senkrecht angeordnet sind. Dazu kam bei meinem Muster, dass beim Gussteil ein Ansaugstutzen fehlte, das sollte schon bei der Montage, aber zumindest bei der Endkontrolle auffallen. Ferner besaß die Platte zwischen Fenster und Motorraum ein nach hinten sich verjüngendes Profil, das Spark unterschlagen hat. Bei Modellen aus meiner Sammlung von Best Models und Provence Moulage sieht man das. So bleibt wieder einmal ein zwiespältiger Eindruck und das Gefühl, dass man es bei der Recherche historischer Vorbilder nicht mehr so genau nimmt. Schade eigentlich...

Alfa Romeo T33/2 Autodelta Spa 3° Targa Florio 1968, Spark, Bestellnummer SI034, Auslieferung Januar 2026, Limitierung auf 300 nummerierte Exemplare, Made in Madagascar.

Fotos und Text: Rudi Seidel

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