Donnerstag, 5. März 2026

Auriols vierter Streich auf Korsika - Lancia Delta HF Integrale EVO Tour de Corse 1992 von Spark, 1:43

Die italienische Traditionsmarke Lancia war viele Jahre die erfolgreichste Firma in der Rallyeweltmeisterschaft, leider liegen die letzten Erfolge bereits 33 Jahre zurück und seit 2017 verkaufte man nur noch den Kleinwagen Ypsilon auf dem italienischen Markt, welch ein Niedergang dieses großen Namens! Ab 2026 bringt Stellantis, der Konzern, unter dessen Dach Peugeot, Opel, Fiat usw. vereint sind, Lancia wieder auf die Rallyepisten, ob man mit dem Ypsilon Rally2 HF Integrale an alte Erfolge zumindest in der WRC2 anknüpfen kann, wird man sehen. Und ob man damit die Marke wieder erwecken wird, scheint mir zumindest außerhalb Italiens zweifelhaft...

Waren bereits die Typen Aurelia, Fulvia, Stratos und 037 Rally erfolgreich, konnte der Delta S4 die letzte Rallye Monte Carlo der Gruppe-B-Ära gewinnen, dieses Monster hatte natürlich technisch nichts mit dem Serienauto zu tun. Dessen große Stunde kam mit dem Verbot der Gruppe B. Man bestückte die Kompaktlimousine mit Turbolader und Allradantrieb, baute 5.000 Stück und hatte mit dem Delta HF 4WD ein Siegfahrzeug, das der Konkurrenz haushoch überlegen war. Dass die Italiener damals alle Tricks bei der Homologation nutzten, soll allerdings nicht vergessen werden, aber letztlich konnten die Kontrolleure der FISA zufriedengestellt werden. Die Erfolgsgeschichte in der Rallye-WM und auch bei der Monte lief weiter, Evolutionsmodelle wie der Integrale und der Integrale 16V sorgten dafür, dass Lancia vorne blieb. Lediglich 1991 konnte die Kombination von Carlos Sainz, Toyota und Pirelli die Italiener bei der Monte schlagen, der Markentitel und der Fahrertitel (Kankkunen) blieben aber bei den Turinern. Am Ende des Jahres entschied Lancia, sich werksseitig vom Rallyesport zu verabschieden, die Fahrzeuge und die Einsatzverantwortung gingen an das Team Jolly Club, das bereits seit vielen Jahren im Sport aktiv war. Deshalb liefen die Delta unter der Bewerbung von Martini Racing, nicht mehr Martini Lancia, der Sponsor blieb also noch erhalten. Unter dem Management von Claudio Bortoletto arbeiteten viele der ehemaligen Abarth/Lancia-Mitarbeiter an den Autos und es gab sogar noch eine Evolutionsversion, von der nur 2.500 Stück produziert werden mussten. Äußerlich erkannte man den neuen Integrale vor allem an den breiteren Kotflügeln und dem verstellbaren Dachspoiler, dazu kam technischer Fortschritt mit anderen Getriebe- und Achsübersetzungen sowie ein wassergekühlter Ladeluftkühler. Man blieb auf der Erfolgsspur, gewann acht der zehn WM-Läufe und natürlich die Marken-WM, während Sainz auf Toyota Fahrerweltmeister wurde. Das war es dann aber, der Versuch, 1993 ohne Martini, aber mit Repsol und Weltmeister Sainz weiterzumachen, scheiterte kläglich, da auch jegliche Weiterentwicklung ausblieb. Dabei blieb es dann, seit 1994 ist Lancia nicht mehr bei WM-Rallyes aufgetaucht, ein trauriges Ende dieser langjährigen Erfolgsgeschichte. Wie oben bereits geschrieben, besteht ab 2026 zumindest die Hoffnung, dass Lancia in der WRC2 wieder kräftig mitmischt.

Über die Tour de Corse 1992 gibt es nicht viel zu erzählen, der bereits dreifache Korsika-Sieger Didier Auriol ließ nichts anbrennen und landete einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg. Die Konkurrenz, bestehend aus den Ford Sierra Cosworth 4x4 und den Toyota Corollas war vom Speed her nah dran, man kämpfte aber mit vielen Problemen. Beim Sierra scherten die Antriebswellen ab, bei Toyota hielten die Pirelli-Reifen nicht.

Zur Zeit entwickelt Spark wieder mehr Aktivität bei der Produktion älterer Rallyeautos, was ich sehr erfreulich finde. Den Lancia Integrale Evo von der Monte 1992 habe ich bereits 2020 vorgestellt, jetzt gibt es den Korsika-Sieger aus dem gleichen Jahr. Die Grundform ist hervorragend getroffen, man hat sich für die Tagversion mit Slicks entschieden, der fehlende Lampenkasten lässt die filigran gestaltete Front mit allen Details und Gittern erkennen. Die Räder sehen sehr gut aus, wie auch die vielen kleinen Anbauteile. Die Beklebung ist hervorragend reproduziert. Der durch die Hitzeschutzfolien auf den Seitenscheiben schlecht einsehbare Innenraum ist mit viel Detailliebe gestaltet, die silbergraue Grundfarbe innen ist vorbildgerecht. Die seitlichen Fensterrahmen inklusive B-Säule sind nur aufgedruckt, allerdings passt das in Verbindung mit den erwähnten Folien sehr gut. Ein nettes Detail ist die geöffnete Dachklappe, scheinbar war es im Mai auf Korsika schon ziemlich heiß im Cockpit.

Auf der diesjährigen Rétromobile in Paris hatte Spark einen großen Stand, leider war ich nicht persönlich dort, aber auf den im Internet kursierenden Fotos hat man eine Menge von Rallyeneuheiten gesehen, z.B. viele Audi Quattro, Ford RS 200 oder weitere Varianten des Lancia Delta. Ich bin gespannt, was uns das Jahr noch bringt. Das hier vorgestellte Siegerfahrzeug ist übrigens bei manchen Händlern schon ausverkauft, aber die weiteren, auf Rang drei, sechs und acht gelandeten Lancias sind bereits angekündigt.

Lancia Delta HF Integrale EVO Martini Racing Sieger Rallye Korsika 1992, Spark, Bestellnummer S9017, Auslieferung Februar 2026, keine bekannte Limitierung, Made in Madagascar.

Unser Fotomuster kommt von Supercars in München, vielen Dank für die Unterstützung.

Fotos und Text: Rudi Seidel

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