Dienstag, 11. März 2025
Gegen den Strom mit großvolumigem Saugmotor - Ferrari 12Cilindri Berlinetta von Looksmart, 1:43
Als wir vor über zwei Jahren das Modell des 812 Competizione präsentierten, dachten wir, dass damit im Zuge der zunehmenden Elektromotorisierung der Höhe- und Endpunkt der großen Berlinettas mit 12-Zylinder-Saugmotor erreicht war. Im Mai 2024 präsentierte Ferrari aber mit dem 12Cilindri ein spektakuläres Nachfolgemodell mit auffälligen Designelementen, das im hauseigenen Centro Stile unter Flavio Manzoni entstand. Der Formel 1-Grand Prix von Miami wurde als passender Rahmen für die offizielle Premiere gesehen, feierte Ferrari doch gleichzeitig 70 Jahre Präsenz in den USA. Eine Neuentwicklung in dieser Zeit, die ausschließlich von einem großvolumigen 12-Zylinder Saugmotor angetrieben wird, ohne ein bisschen Elektro oder Hybrid, um die Gemüter zu beruhigen, ist schon ein mutiges Statement. Aber die CO2-Belastung, die von dieser überschaubaren Zahl von Autos ausgeht, von denen viele sowieso meistens in der Garage stehen, dürfte zu vernachlässigen sein.
Von den Proportionen her ist der 12Cilindri eine klassische Zweisitzer-Berlinetta mit weit nach hinten verlagertem Frontmotor, langer Motorhaube und kurzem Heck. Die Front mit der schwarzen Blende zwischen den Scheinwerfern und den zwei Luftauslässen auf der Haube zeigt Reminiszenzen an den ersten 365 GTB4 Daytona. Ansonsten glatte Flächen mit schönen Schwüngen über den riesigen 21-Zoll-Rädern, am Heck wird es spektakulär, der pfeilähnliche, lackierte Streifen zwischen Cockpitdach und Rückfenster ist sehr ausgefallen, dazu kommen alle möglichen aerodynamischen Elemente, vier Auspuffrohre und schmale Heckleuchten. Besonders gut sieht das mit nicht zu dunklen Farben aus, wie zum Beispiel mit unserem Modell in Rosso Magna, einem leuchtenden Metallicrot.
Das Triebwerk ist eine Weiterentwicklung des Zwölfzylinders aus dem 812 Competizione. Mit 830 PS bei 9250/min ist genügend Leistung vorhanden, die über das 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe aus dem SF90 Stradale an die Hinterräder übertragen wird. Das Vollaluminium-Chassis ist eine komplette Neuentwicklung, der Radstand ist um 20 mm kürzer als beim Vorgänger. Natürlich sind Karosserie und Unterboden aerodynamisch optimal aufeinander abgestimmt, gebremst wird mit Brake-by-Wire-Technologie, technische Gimmicks wie Allradlenkung oder Side Slip Control System sorgen für hohe Fahrsicherheit, was bei der gebotenen Leistung notwendig ist. Sogar der Reifen ist eine spezielle Entwicklung von Goodyear für dieses Auto. Laut ersten Fahrberichten ist das Konzept gelungen, der 12Cilindri lässt sich zivilisiert bewegen, kann aber natürlich auch anders, ab 5000/min wird der Sound dann phänomenal, die österreichische Auto Revue, immer bekannt für knackige Wortwahl, schreibt vom „Hochamt für zwölf Posaunen“. Ob das jetzt wirklich der letzte klassische benzinbetriebene Ferrari Zwölfzylinder sein wird? Wer kann, sollte vielleicht sicherheitshalber ab rund 400.000,- Euro investieren.
Die Qualität der Ferrari-Modelle von Looksmart ist ja hinlänglich bekannt, für rund 140 Euro bekommt der Sammler eine hochwertige Resine-Miniatur mit feinen Details. Unser Fotomuster ist, wie gesagt, in Rosso Magma lackiert, und das einwandfrei. Sowohl die Pigmentierung als auch die Dicke des Farbauftrags sind perfekt, dazu kommen die lackierten Karbonteile und die glänzend schwarzen Blenden an Front und Heck. Die Scheiben sind sauber verarbeitet, die Räder vorbildgerecht mit sichtbaren Bremsscheiben und -sätteln. Schriftzüge und springende Pferdchen sind dort, wo sie hingehören, natürlich ist das Cockpit komplett, leider sieht man lediglich durch die Frontscheibe etwas davon. Der aerodynamisch gestaltete Unterboden fehlt beim Modell, da ist nur eine glatte Platte, aber auch das kennt man von diesen in Italien konzipierten und in China gefertigten Miniaturen. Die meisten Sammler lassen sie sowieso in der mitgelieferten Vitrine, was ja ganz praktisch ist.
Unser Fotomuster kommt von unserem Fachhandelspartner Cologne Modelcars, wir danken herzlich für die Unterstützung.
Fotos und Text: Rudi Seidel
























