Sonntag, 6. Mrz 2011
Ford V8-Power x 2 von Spark in 1:43: Lotus 30 und Mc Leagle Can Am
Spark hat wieder ein groes Herz fr die Freunde grokalibriger zweisitziger Rennwagen aus den 60ern: Mit dem Lotus 30 und dem Mc Leagle M6 sind zwei spektakulre Fahrzeuge im Handel eingetroffen. Wir haben uns beide genau angeschaut.

Lotus 30 Tourist Trophy Goodwood 1964 Jim Clark

Dass gerade der Konkurrent Lola in das GT40-Programm involviert wurde, liess Colin Chapman nicht ruhen, und so versuchte er sich selbst an einem Rennwagen mit der V8-Maschine von Ford. Daraus entstand der Type 30, ein extrem flach bauender Rennzweisitzer mit einem fr Lotus typischen zentralen Kastenrahmen und Mittelmotor. Zeitgenssische Quellen berichten, dass aufgrund der kleinen 13-Zoll-Rder die Fahr- und Bremseigenschaften abenteuerlich und die ganze Konstruktion nicht gerade verwindungssteif war. Nichtsdestotrotz gelang es Jim Clark bei der Tourist Trophy, lngere Zeit in Fhrung zu liegen, bis dann zwei Boxenstopps dem Konkurrenten Graham Hill auf einem Ferrari 330P den Sieg ermglichten. Clark landete letztlich auf Platz 12, kein Wunder nach 25 Minuten Zwangshalt! Nach 23 Exemplaren gab es noch eine Serie 2 des Lotus 30 mit 15-Zoll-Rdern und vielen Verbesserungen, doch der Ruf der groen Lotus-Sportwagen war schon ramponiert. Deshalb wurde der Nachfolger Type 40 dann auch als 30 mit 10 Fehlern mehr bezeichnet. . .

ber das Spark-Modell kann man hingegen nur positiv berichten. Die extrem flache, gestreckte Linie ist hervorragend reproduziert, Lackierung und Details erreichen hchstes Niveau. Man beachte nur die ganzen eingesetzten Lftungsgitter, das filigrane Cockpit, die Scheinwerfer mit Abdeckungen oder die Ansaugstutzen unter der Klarsichthaube. Gurte waren damals noch nicht blich, der Fahrer klemmte sozusagen in der Rennschale, die zu unserem groen Vergngen in der deutschen bersetzung eines Lotus-Prospekts aus den 60ern als Hochgeschwindigkeitseimersitz bezeichnet wurde. Mit solchen Modellen begibt sich Spark auf eine ganz hohe Stufe der Modellkunst.

Mc Leagle M6B Can Am Michigan 1969 Dan Gurney

Vn 1966 bis 1971 waren die orangegelben Gulf-McLaren die dominierenden Autos der Can Am-Serie. Die Werksrenner des Vorjahres wurden meist an andere Teams verkauft und dort mehr oder weniger weiterentwickelt. Roger Penske, Lothar Motschenbacher, selbst Jim Hall und eben Dan Gurney setzten solche Fahrzeuge ein. Der hier gezeigte Mc Leagle ist natrlich eine der weitreichendsten Evolutionen. Die Eigenkonstruktionen des Teams von Dan Gurney, unter anderem auch fr die Formel 1, hieen ja Eagle, der Can Am-Renner wurde eben als Mc Leagle bekannt. Neue Karosserie, breitere Reifen, Flgel und die Ford-Maschine vernderten den alten M6 entscheidend, wenn auch nicht erfolgreich. Gurney, brigens 1966 der einzige Sieger eines Can Am-Rennens mit Ford-Power, kam mit seinem Renner nicht auf die Erfolgsspur. der Motor war zu schwach, die Gegner bermchtig. In Michigan bekam Dan dann die Mglichkeit, einen Werks-McLaren zu fahren, damit wurde ergleich Dritter hinter den Stammpiloten McLaren und Hulme. Das nchste Rennen in Riverside fuhr man mit einem Chevy-Treibsatz im McLeagle auf den vierten Platz Und 1970 wurde Gurney Werksfahrer fr McLaren, whrend der alte McLeagle noch weitere zwei Saisons von Bob Brown, einem Privatier, bewegt wurde.

Spark hat sich eine spektakulre Version des McLeagle ausgesucht. soweit ich feststellen konnte, fuhr das Auto lediglich bei den Tests in Michigan 1969 in dieser Zweiflgelkonfiguration. Im Rennen durfte Dan Gurney ja dann den Werkswagen bewegen. Auf jeden Fall sieht das Auto mit seiner Metalliclackierung, den mattverchromten Flgeln, der blau getnten Scheibe und den Sponsoraufklebern toll aus. Rder, Innenausstattung, Motor und Getriebe, soweit sichtbar, sind perfekt reproduziert. Man beachte vor allem auch die filigranen Streben des Rckspiegels.

Den weiteren Modellen und Ankndigungen aus dieser Serie sehen wir mit Spannung entgegen, derzeit wird gerade der Honker von 1967 ausgeliefert, fr den ist ein Platz frei!

Text und Fotos: Rudi Seidel

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