Sonntag, 4. Januar 2026
Down Under mit Valentino Rossi - BMW M4 GT3 #46 12h Bathurst 2024 von Minichamps, 1:43
Nach TSM und Spark hat inzwischen auch Minichamps mehrere Miniaturen des BMW M4 GT3 produziert, im Gegensatz zu den beiden erstgenannten haben sich die Aachener für ein Diecast-Modell entschieden. Nachdem wir bereits jeweils eine Variante von Spark und TSM vorgestellt haben (siehe unser Archiv), zeigen wir nun anhand des Bathurst-Einsatzwagens von Valentino Rossi, wie Minichamps den BMW in 1:43 nachbildet.
Der M4 GT3 trat bei BMW 2021 die Nachfolge des Langzeitrenners M6 an, der immerhin sechs Jahre erfolgreich eingesetzt wurde. Wer denkt, dass man nach dem etwas dicken M6 einen zierlicheren Nachfolger konstruiert hat, sieht sich getäuscht. Der M4 ist sogar noch ein bisschen größer, 5,02 m Länge, 2,04 m Breite und 2,92 m Radstand sind Gardemaße. Dennoch haben sich die Fahreigenschaften stark verbessert, war der M6 manchmal etwas tückisch, kommt der neue M4 vor allem den Amateurfahrern durch seine Problemlosigkeit entgegen. Statt des großen V8 gibt es einen Biturbo-Sechszylinder mit 3 Liter Hubraum und bis zu 590 PS, die über ein Xtrac-6-Gang-Getriebe auf die Hinterräder übertragen werden. Mit dem serienmäßigen M4 hat der GT3-Renner natürlich wenig gemeinsam, das Basistriebwerk und die Grundform der Karosserie, das war's schon. Die Nieren an der Front sehen am Rennauto sicherlich besser aus als auf der Straße, aber die Geschmäcker sind eben verschieden. Die Räder werden vorne an Doppelquerlenkern, hinten an einer Vierlenker-Konstruktion geführt. Um die Kosten für die Privatteams in Grenzen zu halten, gibt es rundum Stahlbremsen, die Raddimensionen sind 12,5 und 13 x 18 Zoll. Rennfertig wiegt der BMW 1250 bis 1300 kg, rund 400 kg weniger als das Serienauto. Bei der Entwicklung lag viel Wert auf der Kosteneffizienz, der Motor soll zum Beispiel 20.000 km ohne Revision durchhalten. Die Anschaffung eines solchen Boliden reißt allerdings schon ein Loch in die Teamkasse, der Grundpreis liegt bei 419.000,- Euro netto. Und für 2025 wurde bereits der weiterentwickelte M4 GT3 Evo präsentiert, keine radikale Weiterentwicklung, sondern viel Feinschliff in allen möglichen Details.
Mit Valentino Rossi hat BMW einen ganz besonderen Typen als Fahrer seines M4 GT3 verpflichtet. Der Italiener war von 1996 bis 2021 in der Motorrad-WM dabei und hat neue Rekorde in der Zahl der Gesamtsiege, der erzielten Punkte usw. aufgestellt, neun Weltmeistertitel errungen und auch aufgrund seiner Persönlichkeit und seines Auftretens Legendenstatus erreicht. Seine Startnummer 46 und alles, was ihn betrifft, wurde und wird marketingtechnisch bis zum letzten ausgereizt. Dementsprechend wurde eine immense Merchandisingmaschine angeworfen und viel Geld für Lizenzvergaben generiert. Das haben auch die Hersteller von Modellautos gespürt, dazu später mehr. Von 2023 bis 2025 bestritt „Il Dottore“, wie Rossi gerne genannt wird, GT-Rennen für BMW, für dieses Jahr erhielt er allerdings keinen Vertrag als Fahrer mehr. Dennoch wird er im Februar in Bathurst wieder mit einem M4 GT3 an den Start gehen, diesmal für den belgischen WRT-Rennstall. Nach seinem zweiten Platz im Vorjahr hofft er wieder auf eine Podiumsplatzierung.
Doch zurück ins Jahr 2024: Die 12 Stunden von Bathurst litten unter großen Wetterkapriolen und einigen Zwischenfällen, die zu elf Safety-Car-Phasen und zwei Full-Course-Yellow führten. Der BMW mit der berühmten Startnummer 46 und den Fahrern Rossi/Martin/Marciello hielt zeitweise Rang zwei, landete aber nach zwei Ausrutschern von Maxime Martin lediglich auf Platz fünf und verfehlte so das Podium. Mit acht Autos in der gleichen Runde war der Ausgang denkbar knapp, natürlich auch bedingt durch eine Safety-Car-Phase in der letzten Stunde. Der Sieg ging an den Manthey-Grello-Porsche mit Ayhancan Güven/Laurens Vanthoor/Matt Campbell mit 2,63 Sekunden Vorsprung vor dem Sun Energy-Mercedes-AMG GT3 Evo von Jules Gounon/Kenny Habul/Luca Stolz.
Nun also zum Minichamps-Modell in 1:43: Wie schon erwähnt, besteht die Karosserie aus Metall, der Rest aus Kunststoff. Die Gesamtform und die Proportionen stimmen, das Design mit den typischen M-Farben auf weißem Grund gefällt mir gut und ist sauber verarbeitet. Im Großen und Ganzen kann man mit dem BMW zufrieden sein, wenn man nicht zu genau auf die Details schaut. Vom groben Scheibenwischer über das unvollständig reproduzierte Cockpit, das fehlende Auspuffendrohr am rechten Schweller oder den etwas dicken Flügelendplatten findet man schon einiges an Sparmaßnahmen. Ein interessanter Vergleich, bei dem auch das TSM-Modell einbezogen wurde, findet sich im 1:43-Forum. Mein Sammlerfreund Bernd Schröder hat sich die BMWs genau angeschaut und die Unterschiede herausgearbeitet. Wenn der Minichamps-M4 dann in der Vitrine steht, macht er keinen schlechten Eindruck, aber wer auf feine Details wert legt, wird mit ihm nicht ganz zufrieden sein und z.B. den in Bathurst notwendigen Tankstutzen auf der linken Seite vermissen.
Auch wenn es vielleicht nicht kaufentscheidend ist, da die Hersteller meist nicht die gleichen Versionen anbieten, muss man schon einmal die geforderten Preise anschauen. TSM verlangt inzwischen rund 110 Euro für seine Modelle, diesen Preis sehe ich für die gebotene Qualität als nicht gerechtfertigt. Spark liegt grundsätzlich weiterhin bei rund 80 Euro, verlangt allerdings bei den Autos von Valentino Rossi satte 20 Euro Aufschlag, sind denn die Lizenzgebühren tatsächlich so hoch? Minichamps will noch rund 70 Euro, hat aber wohl andere Konditionen für die Rossi-Lizenz, deshalb verlangt man für die #46 keinen Aufpreis. Für die angekündigten 2025er steigt der Preis auf Spark-Niveau, also 80 Euro, egal ob mit oder ohne Rossi. Letztlich muss der Sammler selbst entscheiden, was er für Modelle ausgeben will...
BMW M4 GT3 #46 5th 12h Bathurst 2024, Minichamps, Bestellnummer 410242746 , Auslieferung Dezember 2025, Limitierung auf 370 Exemplare, Made in China.
Unser Fotomuster kommt von Supercars in München, vielen Dank für die Unterstützung.
Fotos und Text: Rudi Seidel

























