Freitag, 2. Januar 2026
Das rasende Postauto - Ecosse C287 Cosworth Royal Mail Le Mans 1987 von Spark, 1:43
Nach der Einführung der Gruppe C im Langstreckensport im Jahre 1982 kam ein Jahr später die zuerst als C Junior bezeichnete Gruppe dazu, die kleineren Herstellern die Möglichkeit geben sollte, mit weniger Aufwand teilnehmen zu können. Natürlich waren auch die Veranstalter an größeren Startfeldern interessiert. Bereits 1984 wurden die Benennungen geändert, es gab nun C1 und C2. Während die großen Prototypen mindestens 800 kg auf die Waage bringen mussten und über den Tankinhalt von 100 Litern und einer vorgegebenen Zahl von Tankstopps auf einen Verbrauch von rund 60 Liter/100 km begrenzt waren, galten bei der C2 700 kg als Mindestgewicht und zuerst 55 Liter als Tankinhalt, der Verbrauch sollte auf 33 Liter/100 km gedeckelt werden. Von Jahr zu Jahr gab es Regeländerungen, aber das Prinzip blieb.
Kleine Rennwagenproduzenten wie Alba, Spice, Gebhardt usw. bauten Autos für die C2, neben gedrosselten Cosworth-Achtzylindern mit 3,3 Liter Hubraum versuchte man sein Glück mit BMW- oder Rover-Sechszylindern, aber auch mit kleinen Turbos wie dem Zakspeed-Vierzylinder.
Wenn der Le Mans-Kenner Ecosse liest, denkt er sicherlich zu aller erst an den schottischen Rennstall, der 1956 und 1957 den Gesamtsieg auf Jaguar D-Type holte und 1961 mit einem tollen Renntransporter aufkreuzte, dem von Corgi Toys ein Denkmal im Maßstab 1:48 gesetzt wurde. 1983 hatte eine Gruppe schottischer Unternehmer angeführt von Hugh McCaig die Idee, den Namen wiederzubeleben. Dazu kaufte man einen De Cadenet von 1977, aus dem der Ecosse C284 mit einem Cosworth-Triebwerk entstand. Der Erfolg blieb 1984 in der Sarthe allerdings aus. Der Nachfolger C285 war ein ganz neues Fahrzeug, mit einem Cossie 3,3 DFL lief er 322 km/h und hielt in Le Mans die Führung in der C2, bis die Ölpumpe den Geist aufgab. Immerhin sprang mit Gruppensiegen in Silverstone, Hockenheim und Brands Hatch Rang 2 in der Meisterschaftswertung der C2 heraus. 1986 baute man ein neues Auto, das man mit einem Rover V6 aus dem Gruppe B-Rallye-Metro motorisierte. Während dieser C286 bei den 24 Stunden disqualifiziert wurde, landete das Vorjahresauto auf Rang 15 und wurde Vierter in der C2. Die so geretteten Punkte reichten in der Endabrechnung zum Klassensieg in der Weltmeisterschaft gegen Spice.
1987 feierte die Ecurie Ecosse den 30. Jahrestag des letzten Le Mans-Triumphs. Wieder kam man mit zwei Autos, dem Vorjahresfahrzeug und einem neuen C287, der gleichzeitig der letzte Ecosse sein sollte. Beide waren mit Cosworth DFL-Motoren bestückt und wegen des neuen Hauptsponsors, der Britischen Post, in Rot mit gelben Streifen lackiert. Der neue Renner bekam vom Team den Spitznamen „Pat“, eine in England bekannte Comicfigur als Postbote. Mit 344 km/h war das rasende Postmobil der mit Abstand schnellste C2, Aerodynamik und minimale Stirnfläche wirkten sich aus. Die Briten David Leslie und Ray Mallock lieferten sich zusammen mit Marc Duez aus Belgien einen engen Kampf mit dem schnellsten Spice, der auch durch seinen Hauptsponsor, die Scientology Church, auffiel. Die Führung in der C2 wechselte mehrfach, aber als der Ecosse Probleme mit Kupplung und Getriebe bekam, fiel die Entscheidung zugunsten von Spice. Wenigstens rettete man Rang 8 gesamt und blieb Gruppenzweiter, als zusätzliches Zuckerl gewann der Ecosse die Indexwertung vor dem Spice. Damit war die Geschichte der Ecurie Ecosse in Le Mans vorerst beendet. Ein Revival gab es 2011, als Hugh McCaig einen Aston Martin DBRS9 für die 24 Stunden von Spa meldete, immerhin landete das Team auf Rang 20. Und für 2026 kämpft ein Aston Martin Vantage AMR GT3 Evo der Ecurie Ecosse Blackthorn in der Asian Le Mans Series darum, sich für die 24 Stunden von Le Mans zu qualifizieren, ich bin gespannt!
Das Spark-Modell zeigt, wie kompakt und zierlich der Spice C287 gebaut war. Die relativ hohe und schmale Cockpit-Kuppel unterstreicht die typische Silhouette dieses C2-Renners. Lackierung und Beklebung sind einwandfrei ausgeführt. Alle Details sind fein nachgebildet, wie Scheinwerfer, Wischer, Spiegel, Abschleppösen usw. Durch die große Windschutzscheibe sieht man die gute Ausführung des Cockpits, der Sicherheitsgurt ist nur ein Decal, aber damit kann man leben. Unter der Motorhaube findet man am Heck etwas Technik. Zwei Kritikpunkte gibt es doch noch: Die Antenne erscheint mir viel zu lang, das kann man aber mit der Schere blitzschnell ändern. Und die Dimension der Hinterräder kommt mir zu klein vor, ich habe allerdings keine Daten gefunden, um das zu überprüfen.
Einen Ecosse sollte man sicherlich in der Le Mans-Sammlung haben, mein Favorit ist dieses „Postauto“, aber aktuell gibt es auch frühere Exemplare auf dem Markt. Wer sich übrigens mit den C2-Rennern genauer beschäftigen will, findet bei Minerva Racing von Hayo Herrmann einen interessanten Bericht über Spice und Ecosse.
Ecosse C287 Cosworth Royal Mail 8° Le Mans 1987 2° Gr. C2, Spark, Bestellnummer S8227, Auslieferung Dezember 2025, keine bekannte Limitierung, Made in Madagascar.
Unser Fotomuster kommt von Supercars in München, vielen Dank für die Unterstützung.
Fotos und Text: Rudi Seidel
























