Montag, 1. Dezember 2025

Ein Opfer unter vielen bei der 24-Stunden-Schlacht - Ferrari 412P NART Le Mans 1967 von Looksmart, 1:43

Nach dem Desaster in Le Mans 1966 mit dem Ausfall aller Prototypen und dem Dreifachsieg des großen Rivalen Ford verstärkte Ferrari seine Anstrengungen, um sich bei den Amerikanern zu revanchieren. So gingen 1967 vier neue P4 und drei überarbeitete P3, die als 412P bezeichnet wurden, an den Start, mussten sich allerdings ebenfalls sieben der 7-Liter Ford stellen. Weitere potente Bewerber kamen mit zwei Chaparral 2F, zwei Lola Aston Martin sowie zwei Mirage von John Wyer.

Von Looksmart wurden kürzlich die drei privat eingesetzten 412P produziert, für die Vorstellung habe ich das Fahrzeug des North American Racing Teams in den amerikanischen Rennfarben ausgewählt, die anderen beiden wurden von der Scuderia Filipinetti und Maranello Concessionaires aus England gemeldet.

Das Vorbild unseres Modells, ursprünglich der erste Ferrari P3 mit der Fahrgestellnummer 0844, erlebte einen Premierensieg bei den 1.000 km von Monza und war auch bei den 1.000 km von Spa erfolgreich. In Le Mans fiel er aus, genauso wie die anderen Werkswagen. Im Herbst erfolgte der Umbau zum 412P für das NART. Beim Dreifachsieg von Ferrari in Daytona 1967 vervollständigte er als Dritter das Podium, in Monza wurde er bei einem Unfall stark beschädigt. Für Le Mans erfolgte der Wiederaufbau und die Umlackierung in Weiß mit blauem Streifen. Wie bei den anderen 412P wurde das anfällige ZF-Getriebe durch eine Eigenkonstruktion von Ferrari ersetzt. Pedro Rodriguez und Giancarlo Baghetti waren nie ganz vorne dabei und in der elften Stunde setzten nach 144 Runden ein überhitztes Triebwerk und ein durchgebrannter Kolben ihrem Rennen ein Ende. 0844 wurde dann zum CanAm-Spider umgebaut und war dort noch bis 1972 in privater Hand aktiv. Auch die anderen 412P fielen in Le Mans aus, aber immerhin belegten die beiden verbliebenen P4 noch die Ränge 2 und 3 hinter dem siegreichen Ford Mk IV von Dan Gurney und A.J. Foyt. Die letzte Weltmeisterschaft mit den großen Prototypen ging an Ferrari.

Während die vom Werk eingesetzten Ferrari P4 neu aufgebaut wurden, waren die 412P weiterentwickelte Chassis aus dem Vorjahr. Aufhängungen, Räder und Karosserie waren vom P4 übernommen, das Triebwerk behielt aber die Zweiventil-Zylinderköpfe und wurde mit Weber-Vergasern bestückt. Die Werks-P4 hingegen besaßen zwei Einlassventile pro Zylinder und eine Lucas-Einspritzanlage. Auffällig bei den 412P sind die blau lackierten Felgenringe, warum das gemacht wurde, weiß ich allerdings nicht.

Es ist ja hinlänglich bekannt, dass die unter dem Label Looksmart angebotenen Ferrari-Rennwagen bei Spark produziert werden, man kann also den gleichen Qualitätsstandard erwarten. Der 412P erfüllt die Erwartungen: die Grundform passt, alle notwendigen Details sind gut ausgeführt, Lackierung und Beklebung sind einwandfrei. Die zweifarbigen Räder fallen auf, die weißen Goodyear-Beschriftungen sind vorbildgerecht. Gut gefallen mir die Frontscheinwerfer mit bis auf die vordere rechte Ecke präzise eingesetzten Abdeckungen. Strenge Kritiker mögen die vor allem in den Makroaufnahmen etwas auffälligen Nietenreihen auf der Karosserie bemängeln, mich stört das nicht und ich freue mich, wie präzise die Lüftungsschlitze schwarz ausgelegt wurden.

Da inzwischen die meisten Hersteller preislich angezogen haben, kommen mir die Looksmart-Ferraris gar nicht mehr so teuer vor, man muss sich das halt einfach schönreden, es gibt ja keine Alternativen und oft sind vor allem die interessanten Varianten schnell ausverkauft. Demnächst soll es ja auch „echte“ P4 von Looksmart geben, zumindest der Drittplatzierte von Le Mans 1967 ist angekündigt, mal sehen, wie lange wir warten dürfen, andere Modelle wie diverse P2 sind schon ewig auf der Planungsliste des Herstellers.

Unser Fotomuster kommt von Supercars in München, vielen Dank für die Unterstützung.

Fotos und Text: Rudi Seidel

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