Mittwoch, 5. November 2025
Der Sieg ging an Ferrari - Porsche 917 12h Sebring 1970 von Spark, 1:43
Wieder einmal hat Spark eine weitere Version des Porsche 917K vorgestellt, diesmal ist es ein Auto von Porsche Salzburg bei den 12h von Sebring 1970, die Fahrgestellnummer 917-019 in Weiß mit den typischen Streifen, diesmal in Blau.
917-019 kann keine erfolgreiche Renngeschichte vorweisen. Als eines der Autos, die nach dem Umbau auf die Kurzheckversion an Porsche Konstruktionen in Salzburg gingen, war Sebring sein erster Auftritt und der einzige in dieser Lackierung. Für zwei Starts in Watkins Glen wurde das Design umgedreht, also blau mit weißen Streifen. Vic Elford und Denny Hulme belegten beim 6-Stunden-Rennen Rang 4, beim Can Am-Lauf am Tag darauf holte der Engländer die gleiche Platzierung. 1971 gab es bei fünf Starts fünf Ausfälle, dann aber schon unter dem Banner von Martini Racing, zuletzt bei den 1.000 km von Spa. 1972 kaufte Vasek Polak den Porsche für sein Museum in Kalifornien, 1998 ging es von der West- an die Ostküste zu Miles Collier.
Zurück zu Sebring 1970, wo 917-019 unter der Bewerbung von Porsche-Audi USA lief, deshalb auch die Schriftzüge am Schweller. Vic Elford und Kurt Ahrens waren die Piloten. Für das Rennen qualifizierten die beiden sich auf Rang 4 hinter dem Ferrari 512S mit Mario Andretti sowie den beiden „Werks-Porsche“ von John Wyer. Sebring sollte allerdings keine Erfolgsstory für die Porsche 917 werden. Der zweite Renner von Porsche Salzburg erlitt bereits nach 28 Runden einen Motorschaden, Rudi Lins hatte ihn wohl überdreht. Vic Elford wurde nach 61 Runden in eine Karambolage von fünf Autos verwickelt, ein Fiat 124 Coupé versuchte, einem Unfall auszuweichen und geriet genau in den Weg des 917, der ebenfalls einen Crash vermeiden wollte, dabei aber einen Porsche 911 erwischte. Der Fiat und sein Fahrer Paul Fleming wurden daraufhin übrigens wegen „Poor Driving“ disqualifiziert. Da die beiden Gulf-917 ebenfalls nicht problemlos durchkamen, holte der Ferrari 512S mit Giunti/Vaccarella/Andretti seinen einzigen Sieg bei einem großen Langstreckenrennen.
Insgesamt ist Spark eine auf den ersten Blick schöne Miniatur gelungen. Frühere Fehler wie der senkrechte vordere Türspalt oder der zu steile Gitterrohrrahmen am Heck wurden vermieden. Bei der Beklebung fällt auf, dass auf großflächige Trägerfolien verzichtet wurde, das sieht sehr gut aus. Die Nachbildung der Technik unter dem Heck ist ebenfalls schön ausgeführt. Die rechte Startnummer sollte allerdings einen reflektierenden Untergrund haben und die Motorabdeckung war nicht schwarz, sondern weiß. Sicher bin ich mir, dass 917-019 in Sebring keine kleine Hutze zur Cockpitbelüftung auf dem Dach trug, dieses Feature findet man nur bei Autos von John Wyers Team. Schade, dass Spark ein eigentlich gutes Modell durch solche Nachlässigkeiten der Kritik aussetzt, aber wahrscheinlich sind die meisten Sammler dennoch zufrieden.
Porsche 917K Porsche Audi USA 12H Sebring 1970, Spark, Bestellnummer US347, Auslieferung Oktober 2025, Limitierung auf 300 nummerierte Exemplare, Made in Madagascar.
Fotos und Text: Rudi Seidel
























