Dienstag, 16. September 2025
Ausfall mit traurigen Folgen - BMW 3.0 CSi Luigi Racing 24h Spa 1975 von Spark, 1:43
Spark verfolgt weiter seinen Weg, von jedem BMW 3.0 Coupé, das bei den 24h von Spa antrat, ein Modell in 1:43 zu produzieren. Aktuell lieferbar ist eines der drei Fahrzeuge von Luigi Racing aus dem Jahr 1975. Allerdings hat man nicht den Sieger gewählt, sondern die Startnummer 1, die leider mit bösen Folgen ausfiel.
Die Geschichte von Luigi Racing ist für sich sehr interessant: Der 1930 in Italien geborene Luigi Cimarosti wanderte nach dem Zweiten Weltkrieg nach Belgien aus, um dort im Kohlebergbau zu arbeiten. Seine technischen Fähigkeiten ermöglichten ihm, sich bald mit einer eigenen Autowerkstatt selbständig zu machen und sich seinem Hobby, dem Autorennsport, zu widmen. Nach ersten Erfolgen mit einem getunten Fiat 600 gründete er zusammen mit seinem Bruder Francesco und seinem Schwager Jean Xhenceval eine BMW-Werksvertretung und bald darauf das Rennteam Luigi Racing. Natürlich waren die 24 Stunden von Spa sozusagen ein Heimspiel, durch einen sechsten Rang 1971 wurden die Münchener auf Luigi Racing aufmerksam und man fungierte in den 70er Jahren als Semi-Werksteam in der Tourenwagen-EM. 1974/75 gelangen zwei Gesamtsiege in Spa und bis 1979 eine Unzahl an Erfolgen, gekrönt von zwei Meistertiteln 1976 und 1978 (mit BMW Italia). 1981 wechselte Luigi Racing zu einem Chevrolet Camaro, danach folgten Einsätze mit Alfa Romeo GTV und Ford Sierra Cosworth. Das letzte Ausrufezeichen setzte Luigi Racing mit der Vorbereitung von zwei Dodge Viper für Le Mans 1994. Die sehr auffällig in fluoreszierendem Orange und Gelb lackierten Rennwagen kamen immerhin auf Rang 12 und 19 ins Ziel. Danach beendete Luigi Cimarosti seine motorsportlichen Aktivitäten, bis zu seinem Tod im Dezember 2019 verfolgte er als Ruheständler den Werdegang des von ihm gegründeten Unternehmens.
Nach dem traurigen Rennen von 1973, als drei Fahrer tödlich verunglückten, traf der Veranstalter Maßnahmen, um die Autos einzubremsen. Zusammen mit Paul Frère als Berater wurde entschieden, die Gruppe 2-Rennwagen nicht mehr zuzulassen. Man entschied sich für ein eigenes Reglement, das als Gruppe 1 ¾ oder Formule Francorchamps bezeichnet wurde. Das führte allerdings dazu, dass die 24h nicht mehr Teil der Tourenwagen-EM sein konnten. Die Strecke wurde durch eine Schikane bei Malmédy etwas entschärft. Nachdem 1974 keine schlimmen Unfälle passierten, behielt man die Bestimmungen bei, wie man an den flügellosen BMW Coupés sehen kann. Leider zeigte sich, dass die Strecke von Spa-Francorchamps immer gefährlich blieb.
Konkurrenz für die drei favorisierten Luigi-BMWs kam in Form von vier Ford Capri, einem Chrysler Hemi Cuda und nicht weniger als neun Opel Commodore GS/E Coupés, außerdem waren zwei weitere BMW Coupés am Start. Die Ausfallquote war immens, von 60 Startern kamen nur 24 in die Wertung. Opel hatte einen Totalausfall, leider verlor der Holländer Wim Boshuis bei einem bösen Unfall sein Leben, ebenso sahen zwei der Capris, der Hemi Cuda sowie drei BMWs das Ziel nicht. Das Vorbild des Spark-Modells mit den Piloten Peltier/Demol kam durch einen Reifenschaden, vermutlich durch Trümmerteile des Unfalls von Boshuis verursacht, von der Strecke ab, leider wurde dabei ein junger Streckenposten getötet. Den Sieg sicherte sich der einzige überlebende Luigi-BMW mit Xhenceval/de Fierlant vor dem Markengefährten des Atlas Racing Teams unter „Pedro“/Yvette Fontaine, ebenfalls aus Belgien. Der letzte Platz auf dem Siegerpodest ging an den Werks-Capri der Briten Les Blackburn und Mike Crabtree. Zu den Ausfällen zählten übrigens auch Walter Röhrl und Rauno Aaltonen, die mit einem Opel Manta GT/E am Start waren.
Die BMW-CS-Coupés von Spark gehören schon seit langem zu meinen Lieblingsmodellautos, deshalb durfte auch dieses Modell in die Sammlung einziehen. Die grundsätzlichen Qualitäten sind bekannt, sehr gut getroffene Form und feine Details ergeben eine Spitzenminiatur. Schöne Räder, allerdings ohne Bremsscheiben, die Rahmen der Seitenfenster, die toll verarbeitete Chromzierleiste an den Flanken und der Front machen Freude. Die Rahmen von Front- und Heckscheibe sind (vielleicht eine Idee zu dick) aufgedruckt, das ist mir aber lieber, so können sie sich mit der Zeit nicht ablösen. Im schwarzen Cockpit sieht es bis auf den Überrollbügel und den Fahrersitz eher serienmäßig aus, so war das eben in den Siebzigern. Die Beklebung ist bei meinem Exemplar einwandfrei, etwas kindisch finde ich, dass man bei den vier Gitanes-Schriftzügen das „E“ selbst aufbringen muss. Nach dem Gefummel wäre eine Zigarette recht, gut, dass ich trotzdem Nichtraucher bleibe. Erfreulich, dass man auch in Madagaskar sauber arbeitet, im letzten Jahr kamen die BMWs noch aus China.
BMW 3.0 CSi Luigi Racing 24H Spa 1975, Spark, Bestellnummer SB638, Auslieferung September 2025, Limitierung 300 nummerierte Exemplare, Made in Madagascar.
Unser Fotomuster kommt von Supercars in München, vielen Dank für die Unterstützung.
Fotos und Text: Rudi Seidel
























