Donnerstag, 28. März 2024

100 Jahre Le Mans, 50 Jahre Pause und der zehnte Sieg - Ferrari 499P 2023 von Looksmart, 1:43

Dass die Rückkehr von Ferrari zu den Langstreckenrennen gleich im ersten Jahr zu einem Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans führen würde, hat sicherlich niemand erwartet. Umso ungeduldiger waren viele Sammler, mich eingeschlossen, endlich ein Modell in 1:43 in die Vitrine zu stellen. Looksmart hat uns jetzt diesen Wunsch erfüllt.

Bis 1965 hatte Ferrari bereits neun Gesamtsiege bei den 24 Stunden von Le Mans errungen, bevor man sich der Übermacht von Ford, Porsche und Matra beugen musste. Der letzte Werkseinsatz endete 1973 immerhin mit einem zweiten Platz für Arturo Merzario und Carlos Pace auf einem 312PB, dann konzentrierte man sich ausschließlich auf die Formel 1. Erst 50 Jahre später trat man wieder mit einem Werksauto in der Sarthe an und war beim 100-jährigen Jubiläum der 24 Stunden erfolgreich.

2022 entschloss man sich bei Ferrari, ein völlig neues Auto für die Langstrecke zu konstruieren. Man entschied sich für ein Hypercar, da man das komplette Fahrzeug selbst entwickeln wollte. Die Prototypen nach dem LMDh-Reglement beruhen ja auf diversen Standardteilen wie Monococque, Aufhängungen oder Getriebe. Porsche, Cadillac, Lamborghini, Alpine, Acura oder BMW haben sich für diesen preisgünstigeren Weg entschieden, während neben Ferrari auch Toyota und Peugeot Hypercars einsetzen. Über die Balance of Performance (BOP) sollen dann beide Klassen auf ein vergleichbares Niveau gebracht werden, was natürlich immer für Diskussionsstoff sorgt. Das Ferrari-Triebwerk ähnelt dem 120°-V6 aus dem Serienmodell 296, ist aber eine Neukonstruktion, da es mittragend im Monocoque integriert ist. Die Kraftübertragung auf die Hinterräder erfolgt über ein sequentielles Siebengang-Getriebe. Dazu kommt ein Energierückgewinnungssystem (ERS), das über einen Elektromotor bis zu 200 kW an die Vorderachse bringt. Die Typenbezeichnung entspringt übrigens alter Ferrari-Tradition, 499 ccm ist der Hubraum eines einzelnen Zylinders, „P“ steht für Prototyp. Optisch hat die Ferrari-Designabteilung unter Flavio Manzoni versucht, aerodynamische Anforderungen mit typischem Ferrari-Styling zu verbinden, ob das gelungen ist, mag der Betrachter für sich entscheiden. Auf jeden Fall ist der markante Doppelflügel mit den drei senkrechten Flossen ein Blickfang. Den Einsatz mit Unterstützung des Werks übernahm das Team AF Corse, das ja vorher schon viele Erfolge mit den GT's der Marke einfahren konnte.

Über die gesamte Saison der World Endurance Championship (WEC) 2023 hatte Toyota die Nase vorne, man siegte bei allen Läufen außer in Le Mans. Ausgerechnet beim berühmtesten Rennen schwächelten die Japaner, wofür sie allerdings auch die kurzfristig zu ihren Ungunsten veränderte BOP verantwortlich machten. Tatsächlich fiel kurz vor den 24 Stunden entgegen der getroffenen Abmachungen die Entscheidung, Toyota mit 37 kg Zusatzgewicht zu belasten. Ferrari kam ebenfalls nicht ungeschoren davon, da waren es aber „nur“ 24 kg. Bereits in der Qualifikation zeigten die Italiener ihre Überlegenheit, das sollte sich im Rennen nicht ändern. Wie üblich gab es alle möglichen Zwischenfälle, es blieb aber dabei, dass nur diese beiden Marken um den Sieg kämpften. Letztlich rettete der Ferrari mit der Startnummer 51 und den Fahrern Alessandro Pier Guidi, Antonio Giovinazzi und James Calado 1:21,793 Minuten ins Ziel, nachdem bei den beiden letzten Boxenstopps die Elektronik mehrfach komplett neu gestartet werden musste.

Es dürfte allgemein bekannt sein, dass diese Ferrari-Rennsport-Modelle bei Spark produziert werden, aber aus Lizenzgründen als Looksmart angeboten werden müssen. Das erhöht natürlich den Preis, sowohl Ferrari selbst als auch Egidio Reali von Looksmart dürften Forderungen stellen. Die Qualität der Miniaturen ist also Spark-like, was bei den modernen Hypercars höchstes Level bedeutet. Sowohl die Grundform als auch Lackierung, Beklebung und Details genügen hohen Ansprüchen. Vor allem die unterschiedlichen Oberflächen, ob lackiert, matt oder mit Carbonstruktur versehen, sind perfekt reproduziert. Der monströse Heckflügel mit den geschlitzten senkrechten Flossen ist sehr filigran nachgebildet, Scheinwerfer, Rückspiegel und Scheibenwischer sehen perfekt aus. Wenn man überhaupt etwas kritisieren will, ist es vielleicht die etwas dicke vordere Antenne auf dem Cockpitdach. Dafür sind die Leitbleche dort und auf den vorderen Kotflügeln um so feiner. Die Räder mit dahinterliegenden Bremsen und den auffälligen Reifenbeschriftungen runden diese tolle Miniatur ab. Für den Ferrari- und Le Mans-Sammler ist dieses Modell ein absolutes Muss, natürlich könnte man noch auf die BBR-Interpretation warten, aber was soll da wirklich viel besser sein? Und der angekündigte 499P von Bburago in 1:43 ist leider doch zu nahe am Spielzeug.

Unser Fotomuster kommt von Supercars in München, auch dort geht der Abverkauf dieses Modells rasend schnell, man sollte also umgehend zuschlagen!

Fotos und Text: Rudi Seidel

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