Donnerstag, 29. Februar 2024

Der zweite Streich - Alfa Romeo 6C 3000 Superflow II Pininfarina 1956 von Kess Models, 1:43

Erst kürzlich habe ich das Kess-Modell in 1:43 des Alfa Romeo 6c 3000 Superflow Pininfarina vorgestellt, meinen Bericht findet man hier. Die bereits angesprochene zweite Variante, also der Superflow II, ließ mir keine Ruhe und durfte ebenfalls in meine Sammlung kommen.

Nach der Präsentation des Superflow in seiner ersten Version anlässlich des Turiner Autosalons im März 1956 ging die Arbeit an der Studie weiter und bereits im Oktober des gleichen Jahres konnten die Besucher des Pariser Salons die zweite Ausbaustufe bewundern. Während der Mittelteil mit der Glaskuppel unverändert blieb, wurden Front und Heck stark modifiziert. Der Scudetto an der Schnauze verschwand wie auch die transparenten Kotflügel, insgesamt wirkte das Auto von vorne gesehen wesentlich konservativer. Dafür wurden die Flossen am Heck größer und aus Plexiglas gefertigt, eine sehr extravagante Lösung. Bei der Lackierung entschied man sich für ein klassisches Rot mit weißen Streifen an den Flanken und auf der Motorhaube, dort lief der Streifen an der Schnauze breit aus. Das Cockpit wurde mit einer umfangreicheren Armaturentafel sowie einem neuen Lenkrad ausgestattet und auch farblich angepasst. Interessanterweise sieht man auf zeitgenössischen Aufnahmen vom Salon, dass nur die Achsen für die Scheibenwischer vorhanden waren, aber keine Wischer. In Patrick Dasses Buch „Alfa Romeo Prototipi 1948-1962“ findet man Bilder vom Frühjahr 1957, die zeigen, dass der Superflow II nochmals geändert wurde, die Schnauze wurde etwas länger und das weiße Band reichte bis zu den Vorderrädern. So wurde die Studie nach den USA verschifft, um im Henry Ford Museum gezeigt zu werden. Aber bereits für den Genfer Salon 1959 bekam das Chassis 0128 wieder eine neue Karosserie, diesmal als Spider, die aber ebenfalls nicht überlebte.

Zum Modell kann man eigentlich fast dasselbe schreiben wie zur ersten Variante, lediglich die Kritik an den zu dicken transparenten Kotflügeln entfällt natürlich. Die Grundform ist gut getroffen, Lackierung und Detaillierung sind von hoher Qualität. Die Glaskuppel ist ein Formteil, das bringt Stabilität und die Sicherheit, dass sich mit der Zeit keine Scheiben lösen, die höhere Materialstärke ist kein großes Problem. Die Speichenräder sind ok, die Reifen etwas breit und vor allem sollten an der Hinterachse keine Bremstrommeln zu sehen sein, die waren beim Vorbild am Differenzial montiert. Das Interieur ist sehr schön reproduziert, vor allem das geänderte Armaturenbrett und das Lenkrad. Dass Kess auch beim Superflow II die Scheibenwischer vergessen hat, ist dagegen ein vergleichsweise kleiner und lösbarer Fauxpas. Kurios und ärgerlich ist allerdings, dass Kess bei beiden Modellen den falschen Schriftzug an den Seiten und am Heck verwendet hat. „Superfast“ war der Name einiger Ferrari-Prototypen von Pininfarina, bei dem roten Alfa Romeo müsste da richtigerweise „Superflow II“ stehen!

Unser Fotomuster kommt von Supercars in München, vielen Dank für die Unterstützung.

Fotos und Text: Rudi Seidel

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