Samstag, 24. Februar 2024

Zweiter Sieg für Maranello - Ferrari 375 Plus, Sieger 24h Le Mans 1954, von KK-Scale, 1:18

Das 24 Stunden Rennen von Le Mans wurde 1954 zum erwarteten Schlagabtausch zwischen den Vorjahressiegern von Jaguar und Ferrari. Erstmalig brachte Jaguar den D-Type an den Start, für die damalige Zeit ein echter High-Tech-Sportwagen mit aerodynamischer Karosserie für maximale Höchstgeschwindigkeit auf den langen Geraden. Ferrari hingegen setzte auf brutale Kraft, der neue 375 Plus nutzte einen neuen von Aurelio Lampredi entwickelten V12 mit fast 5 Litern Hubraum und 330 PS. Die Jaguar waren auf der Geraden dennoch schneller, doch der Ferrari konnte mit besseren Fahreigenschaften durch eine gute Gewichtsverteilung punkten, die den 375 Plus auf die Runde gesehen zum schnelleren Auto machte. Drei Wagen brachte man an den Start, alle nur für das Werksteam, Privatiers mussten mit dem 375 MM Vorlieb nehmen. Mit Umberto Maglioli / Paolo Marzotto, José Froilán González / Maurice Trintignant und Robert Manzon / Louis Rosier waren die Ferrari mit erfahrenen Piloten besetzt. Bei Jaguar hatte man ebenfalls drei der neuen D-Types nach Le Mans gebracht, Vorjahrressieger Tony Rolt / Duncan Hamilton, Vorjahreszweite Stirling Moss / Peter Walker und die neue Paarung Peter Whitehead / Ken Wharton sollten den Erfolg von 1953 wiederholen.

Zunächst übernahm allerdings Ferrari das Kommando. Eine Dreifachführung der 375 Plus fand ihr Ende, als der erste kräftige Regen den Leistungsvorteil der Ferrari egalisierte und die Jaguar deutlich besser ins Spiel kamen. Doch verschiedene technische Probleme warfen die Jaguar früh zurück, die sich nun wieder durch das Feld nach vorne kämpfen mussten. Doch auch bei Ferrari gab es Probleme. Nach 8 Stunden beendete ein Getriebeschaden das Rennen von Maglioli / Marzotto, etwas später fiel der Jaguar von Moss / Walker nach einem Bremsdefekt aus. González / Trintignant hatten sich vorne inzwischen einen soliden Vorsprung erarbeitet, während die Jaguar sich nun auch wieder in der Spitze zurückmeldeten. Durch den Ausfall von Maglioli / Marzotto schoben sich Rolt / Hamilton wieder auf den zweiten Platz. Nach 15 Stunden endete dann das Rennen für Rosier / Manzon, als auch bei diesem 375 Plus das Getriebe versagte. Da auch Whitehead / Wharton ihren D-Type nach Defekt hatten abstellen müssen, lief nun alles auf ein Duell der beiden verbliebenen Werkswagen von Ferrari und Jaguar hinaus.

Trotz immer wieder auftretenden Regens konnten sich González / Trintignant an der Spitze halten und hatten knapp 2 Stunden vor Rennende fast zwei Runden Vorsprung auf den Jaguar. Doch dann weigerte sich der V12 bei einem Boxenstopp wieder anzuspringen und die Reparatur zog sich hin. Als González endlich wieder auf die Strecke zurückkehrte, hatte er nur noch etwas über 3 Minuten Vorsprung auf den schnellen Tony Rolt - und es regnete, was dem Jaguar zusätzlich in die Karten spielte. Rolt übergab an Hamilton, der wahre Fabelzeiten in Gewitter und Regen in den nassen Asphalt brannte und der Abstand zum übermüdeten González, der während des ganzen Rennens nicht geschlafen hatte. schrumpfte gewaltig. Doch eine halbe Stunde vor Rennende hörte es auf zu regnen und die Strecke trocknete ab. González konnte endlich wieder den Leistungsvorteil des Ferrari nutzen und gewann letztendlich mit knapp 3 Minuten Vorsprung.

Den siegreichen Ferrari 375 Plus (der im selben Jahr auch noch andere Rennen gewinnen konnte, darunter etwa die Carrera Panamericana), gab es vor einigen Jahren als hochdetailliertes Diecast-Modell von BBR, nun hat KK-Scale eine deutlich preisgünstigere, aber auch deutlich einfacherer, Version in den Handel gebracht. Der, in 1:1 von Pininfarina gestaltete, 375 Plus wird ebenfalls aus Diecast gefertigt, hat aber keine öffnenden Teile (wenn man von der abnehmbaren Abdeckung des Beifahrersitzes absieht). Es gibt aber lenkbare Vorderräder und eine gut getroffene Karosserie. Die Speichenfelgen sind zwar fein und die bedruckten Reifen sehr schön, aber sie sollten ein wenig größer sein.

Die Nieten auf der Karosserie gibt das Modell gelungen und nicht übertrieben groß wieder. Das spartanische Cockpit wird gut detailliert und punktet mit einem schönen Lenkrad und feinen Instrumenten. Die Riemen der Motorhaube werden mit Drucken dargestellt, die Verschlusshaken immerhin als feine Einzelteile. Den Frontgrill hat man bei KK-Scale schon filigraner gesehen, die Leuchten sind sehr gelungen. Das Finish meines Modelles war sehr gut und bot keinen Grund zur Klage. Wenn man über die etwas kleinen Räder hinwegsehen kann, dann bekommt man hier ein schönes Modell zum angemessenen Preis.

Fotos und Text: Georg Hämel

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