Montag, 15. Januar 2024

Kleine blaue Flunder - CD Peugeot SP66 Le Mans 1966 von Spark, 1:43

Das erste Spark-Modell eines der CD Peugeot, die 1966 und 1967 in Le Mans dabei waren, stellen wir gerne vor, eines der spektakulären Langheck-Autos wird bald folgen.

Charles Deutsch (1911 - 1980), aus dessen Initialen sich der Markenname CD ableitet, konnte auf eine lange Karriere als Aerodynamiker, Konstrukteur und gelegentlicher Rennfahrer zurückschauen. Nach dem Ingenieurstudium gründete er bereits 1938 zusammen mit René Bonnet die Firma DB (Deutsch-Bonnet), dort entstanden Rennsportfahrzeuge und wenige Straßenautos, anfangs auf Basis des Citroen Traction Avant, dann mit Technik von Panhard. Die Bandbreite reichte von Indexsiegen bei den 24 Stunden von Le Mans bis hin zum Experiment eines Formel 1-Renners mit einem aufgeladenen Motor von 750 ccm, das 1955 scheiterte. Ende 1961 trennten sich die Kompagnons und Charles Deutsch gründete ein Unternehmen namens SECA, das er später in SERA (Societé d'Études et de Recherches Automobiles) umbenannte. Einer seiner Schüler war Robert Choulet, der sich einen großen Namen als Rennauto-Aerodynamiker machen sollte. Zu seinen bekanntesten Schöpfungen zählten der Matra 640, die Porsche 917 Langheck und auch die 917 „Sau“.

Charles Deutsch präsentierte dann ein Sportwagenprojekt, eben den CD-Panhard. Das war ein kleines, sehr aerodynamisches Coupé mit der Technik des PL 17, also einem Zweizylinder von 702 ccm, der rund 60 PS abgab. Gleich beim ersten Einsatz 1962 holte man den Index de Performance und den Klassensieg, der CD-Panhard erreichte auf der Geraden 215 km/h! Dieser und weitere sportliche Erfolge führten dazu, dass immerhin ca. 150 dieser Autos in Straßenversion verkauft werden konnten. Im folgenden Jahr war Panhard nicht dabei und Deutsch unternahm einen glücklosen Versuch mit dem CD Mantzel-DKW, einen Bericht über dieses Spark-Modell sowie den ebenfalls erfolglosen CD-Panhard von 1964 gibt es in unserem Archiv. Nach dem Ausstieg von Panhard versuchte es Charles Deutsch 1965 mit dem CD-Grac, der mit einem Alfa Romeo-Triebwerk bestückt war, aber es nicht einmal zum offiziellen Training schaffte, die nächsten zwei Jahre gab es dann den CD-Peugeot, den wir jetzt vorstellen. Ab 1969 war Charles Deutsch Renndirektor der 24 h von Le Mans, ein Posten, den er bis zu seinem Tod 1980 bekleidete.

Ende 1965 machten sich Deutsch, Choulet und das Team von CD an die Arbeit, ein neues Fahrzeug für die 24 Stunden zu bauen. Choulet konstruierte ein Chassis aus gestanzten, genieteten und punktgeschweißten Stahlblechen, das sehr stabil war und nur 72 Kg wog. Natürlich gab es vier unabhängig aufgehängte Räder mit Scheibenbremsen. Man erreichte eine Vereinbarung mit Peugeot, deren Vierzylindertriebwerk aus dem 204 zu verwenden. Um den Schwerpunkt zu senken, baute man den Motor mit nur 15° zur Horizontalen nach vorne gekippt quer hinter dem Cockpit ein, das wie beim Serienfahrzeug darunter liegende Getriebe erhielt eine fünfte Gangstufe. Mit zwei Weber-Doppelvergasern und etwas Tuning erreichte man mit 1130 ccm knapp über 100 PS. Die Kunststoffkarosserie entstand bei der Firma Chausson, Choulet strebte einen Cw-Wert von höchstens 0,15 bei einem Auftrieb von 0 an, auf jeden Fall war der CD sehr strömungsgünstig, mit Langheck waren 240 Km/h Spitze möglich. Besonders leicht fielen die kleinen Coupés nicht aus, beim Wiegen in Le Mans waren sie mit 666 und 685 Kg fast so schwer wie ein Porsche Carrera 6. So ging es nach ersten Tests in Monthlery in die Sarthe. Man testete wohl beide Karosserievarianten, es existieren verschiedene Fotos mit Kurz- und Langheck, aber letztlich ging die # 53 in Kurzversion an den Start, während die ## 51 und 52 das lange Heck mit den senkrechten Stabilisierungsflossen trugen. Erfolg gab es leider keinen zu verzeichnen, die beiden Langen schieden bereits in der sechsten Stunde aus, einer mit gebrochener Kupplung, der andere rutschte in der Mulsanne auf Öl aus und wurde von einem ASA gerammt, was dem Fahrer Ogier einen Armbruch einbrachte. Der Kurze mit den französischen Fahrern Georges Heligouin und Johnny Rives wurde in der neunten Stunde in einen Unfall mit einem Matra 620 und einem Ferrari P3 verwickelt, damit konnte das Team seine Sachen packen. Im Folgejahr lief es übrigens nicht besser, die zwei CD waren nach vier und acht Stunden ausgefallen, damit endete das Abenteuer CD in Le Mans und auch Peugeot hatte erst einmal genug.

Im Gegensatz zum falsch lackierten CD Panhard von 1964 hat Spark meines Erachtens diesmal die Farbe perfekt ausgewählt und für den Metalliclack eine sehr feine Pigmentierung verarbeitet. Überhaupt ist die kleine blaue Flunder ein sehr schönes Modell. Die Proportionen des im Original nur 3,8 Meter langen, 1,7 Meter breiten und nur 1,06 Meter hohen Autos passen. Viel ist ja an so einem Fahrzeug nicht dran, aber das ist alles sauber reproduziert. Die Scheinwerfer unter optimal montierten Abdeckungen, die Räder, die Scheiben oder das Heck mit kleinen Rücklichtern, Auspuff und dem einstellbaren Spoiler, man kann sehr zufrieden mit der Ausführung und Verarbeitung sein. Das spartanische Cockpit lässt nichts vermissen, der Motor mit den großen Weber-Doppelvergasern ist durch die Heckscheibe gut zu sehen. Es ist sehr schön, dass Spark ein überzeugendes Modell des kleinen CD SP66 gelungen ist, um so mehr freuen wir uns auf die Langheck-Versionen! Und wer die #53 haben will, sollte sich sputen, die meisten Händler melden „ausverkauft“. Ob es an der vorsichtigen Disposition oder an der großen Nachfrage liegt, ist mir nicht bekannt.

CD SP66 Kurzheck Le Mans 1966 # 53, Spark, Bestellnummer S4597, Auslieferung Januar 2024, keine Limitierung, Made in Madagaskar.

Fotos und Text: Rudi Seidel

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