Montag, 27. November 2023

Erster Gesamtsieg bei einem internationalen Langstreckenrennen - Porsche 550 A Spyder Targa Florio 1956 von Spark für Porsche, 1:43

Ein wirklich von vielen Sammlern lange ersehntes Auto hat Spark jetzt für Porsche produziert, das Siegerfahrzeug der Targa Florio 1956. Wir präsentieren das Modell und die Geschichte des Originals, dankenswerterweise hat Hayo Herrmann auf seiner Website Minerva Endurance bereits perfekte Vorarbeit geleistet und uns erlaubt, seinen Text teilweise zu übernehmen. Wer noch mehr dazu wissen will, findet es dort.

„Zuffenhausen, Juni 1956: Porsche entschließt sich kurzfristig, ein Auto zum sizilianischen Klassiker zu entsenden, der 40. Ausgabe der Targa Florio. Rennleiter Huschke von Hanstein sammelt zwei Mechaniker um sich, und per Schiff trifft der neue Porsche 550A ein paar Tage vor dem Rennen in Palermo ein. Das Auto kommt frisch und unlackiert von seinem vierten Platz in der Gesamtwertung bei den 1000 km auf dem Nürburgring nach Sizilien und wird – nun von Hand weiß lackiert und mit zwei kleinen Italien-Flaggen geschmückt – an den extra von Hanstein engagierten italienischen Targa-Experten Umberto Maglioli übergeben, um gegen die Werksteams von Ferrari und Maserati anzutreten. Die haben allerdings mit ihren 3 bis 3,5 Liter-Motoren und einer mehr als doppelten Motorleistung ganz klar die Favoritenrolle auf den Gesamtsieg.

Das Resultat dieser spontanen Operation sollte allen Porsche-Motorsportfans bekannt sein: Maglioli gewinnt das Rennen in Alleinfahrt und beschert Porsche den ersten großen internationalen Gesamtsieg in einem klassischen Endurance-Rennen und den ersten von zehn Targa Florio-Siegen in der Zeit 1956 bis 1973.

Der erste Rennsport-Porsche bei der Targa war der 550A mit der Nr. 0101, der erste in Rennen eingesetzte Typ 550A, die Neuentwicklung für die Saison 1956. Das Auto fuhr erstmals bei der Mille Miglia Ende April (Ausfall), und Ende Mai schafften von Trips und Maglioli mit dem immer noch unlackierten Auto Platz vier und den Sieg in der 1,5 Liter-Klasse beim WM-Lauf am Nürburgring. Dann folgte Magliolis Siegesfahrt bei der Targa – Ergebnis einer makellosen Alleinfahrt über 720 km, ohne Reifenwechsel und mit nur einem Tankstopp, mit 13 Minuten Vorsprung auf einen OSCA 1500.“

Auch für die Beurteilung des Modells hat Hayo Herrmann perfekte Vorarbeit geleistet. Auf seiner Website findet man eine Matrix, die die bisher existierenden Miniaturen dieses Porsche vergleicht, anhand der gelisteten Punkte kann man das neue Spark-Modell checken.

Grundsätzlich gefallen mir die 550 A Spyder von Spark ganz gut, auch wenn sie vielleicht in der Taille etwas mollig wirken. Bei den Reifenbreiten hat man sich zurückgehalten, etwas zu breit sind die Pneus dennoch, schön ist die feine Auspuffanlage am Wagenboden. Ansonsten bekommt der Sammler ein gut ausgeführtes Modell mit vielen Details im Cockpit und an der Karosserie.

Kommen wir jetzt zu den spezifischen Eigenheiten dieses Spyders und ihrer Beachtung seitens Spark: Die Lackierung ist viel zu schön, das Original wurde ja, wie erwähnt, erst in Sizilien mit dem Pinsel Weiß angemalt, weil angeblich keine silberne Farbe verfügbar war. (Warum wollte man überhaupt lackieren, bei den ersten beiden Einsätzen bei der Mille Miglia und am Nürburgring trug der Porsche sein nacktes Alu-Kleid?). Auf jeden Fall ist das hochglänzende, perfekt glatte Finish des Modells nicht vorbildgerecht. Die abgedeckten Scheinwerfer sehen nett aus, müssten aber ebenfalls mattes Weiß sein. Ansonsten hat man an der Front die typischen Merkmale beachtet, wie den breiteren Lufteinlass unten an der Schnauze, den Tankverschluss auf der Fronthaube und den linken Rückblickspiegel. Beim an sich fein detaillierten Cockpit ist wieder etwas Kritik angesagt, der Bereich innerhalb der kleinen Windschutzscheibe müsste dunkel (Schwarz?) sein, der Verlauf der Cockpitabdeckung stimmt nicht. Die Wartungsklappen und die kleinen Lufthutzen darauf passen, ebenso die Lüftungsgitter am Heck. Das Original hatte hinten einen planen Bereich zur Befestigung des Kennzeichens, der fehlt bei Spark. Die aufgemalte Zulassungsnummer entspricht dem Nummernschild, das der Porsche bei der Mille Miglia trug, das dürfte dann passen, auch wenn man weiß, wie kreativ die Teams oft bei Fahrgestellnummern oder Zulassungen waren, sei es wegen eventueller Zollschranken oder Meldungen zum Rennen.

Leider wieder einmal ein sehr kontroverses Modell von Spark, man würde sich vor allem bei historischen Vorbildern mehr Genauigkeit bei Recherche und Ausführung wünschen, bei dem Preisniveau erwartet man als Käufer mehr, als wenn man auf ein Modell aus den vor allem im Ausland beliebten Sammelserien zurückgreift.

Porsche 550 A Spyder Targa Florio 1956, Spark für das Porsche Museum, Bestellnummer MAP02005023, Auslieferung November 2023, keine bekannte Limitierung, Made in Madagascar.

Fotos: Rudi Seidel, Text: Hayo Herrmann, Rudi Seidel

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