Montag, 14. März 2022

Mit dem Ex-Gulf-Renner auf Platz 2 - Mirage GR7 GELO 1000 km Nürburgring 1975 von Spark, 1:43(?)

Die Markenweltmeisterschaft 1975 ließ sich nicht gerade gut an. Matra zog sich zurück, man hatte schließlich in den Jahren vorher alles gewonnen. Porsche bereitete sich auf 1976 vor, ab dann sollten ja die Silhouette-Renner der Gruppe 5 das Sagen haben. Dazu kam, dass Le Mans aufgrund eines eigenen Reglements von der WM ausgeschlossen wurde, es blieben nur Ligier, die alle neun Meisterschaftsläufe bestreiten wollten sowie Alpine Renault, die ihr Turbo-Testprogramm weiterführen wollten. So kam der Aachener Willi Kauhsen auf die Idee, um den Titel mitzufahren. Matra war nicht interessiert, aber bei Alfa Romeo fand er offene Türen und mietete sozusagen den Fuhrpark an Alfa 33 inklusive einiger Mitarbeiter von Autodelta. Nach diversen Kompetenzrangeleien bekam er die Truppe in den Griff und holte den gewünschten Weltmeistertitel. Den Kölner Immobilienmakler und Teamchef Georg Loos ließ die Konkurrenz vor Ort nicht ruhen und er erwarb neben seinem GT-Engagement mit Porsche vom Gulf Racing Team zwei Mirage GR7, mit denen er bei ausgesuchten Läufen mitfahren wollte. Allerdings liefen diese Einsätze eher nebenher und bis zu den 1000 km am Nürburgring gab es keine nennenswerten Erfolge zu verzeichnen, während Kauhsen mit seinen Alfas alle Rennen bis auf Mugello für sich entscheiden konnte.

Zum Lauf in der Eifel konnte man sich über ein Starterfeld von 71 Autos, darunter 17 der Dreiliter-Sportwagen freuen, obwohl Ligier nicht mehr dabei war. Neben drei Alfas, einer nagelneuen Alpine und einiger privater Porsche, KMW und eines Lola brachte Georg Loos seine beiden GR7 an den Start. Nachdem Jochen Mass das Team im Streit verlassen hatte, was ja bei Loos öfters vorkam. wurden die Autos mit Tim Schenken/Howden Ganley und John Watson/Tom Pryce besetzt. Der Waliser Pryce bestritt damit sein erstes Sportwagenrennen überhaupt! Am Renntag jagten sich die Alpine und die Alfa Romeo über den Ring, aber die Mirage blieben in Schlagdistanz. Bei Halbzeit lagen Larousse/Jabouille auf der Alpine vor Mass/Scheckter auf Alfa Romeo, die Mirage auf 3 und 5, dazwischen der Merzario/Laffite-Alfa, während der dritte italienische Wagen bereits in der ersten Runde aufgab. Der Rest hatte mit der Entscheidung nichts zu tun. Nachdem sowohl die Alpine und der Mass-Alfa Probleme bekamen und die Watson-Mirage von der Strecke flog, fiel die Entscheidung zwischen Merzario/Laffite und Schenken/Ganley. Kurz vor Schluss kam die Frage auf, ob der Sprit reichen würde. Von Willi Kauhsen ist folgender Dialog mit Georg Loos im schönsten Dialekt überliefert, nachzulesen im Buch von Jan Hettler und Udo Kinkel über die 1000 km am Nürburgring: Loos: „Wann küss do tanke?“ - Kauhsen: „Jeeetz, jetz glich.“ Also rief Loos die Mirage zum Nachtanken von 20 Liter rein, während Laffite weiterfuhr. Darauf Kauhsen zu Loos: „Nee, Gelo, mir tanke nich, mir wolle doch jewinne.“ Der Alfa blieb übrigens nach der Zieldurchfahrt mit trockenem Tank in der Südkehre stehen...

Trotz Protest von Loos blieb der Sieg bei Kauhsen, dennoch war der zweite Platz das beste WM-Ergebnis für die GELO-Mirage, aber was zählt das schon, wenn man den Sieg vor Augen hatte!

Groß war die Freude, als Spark die Auslieferung der GELO Mirage GR7 ankündigte, die Gulf-Version gab es bereits vor vielen Jahren in der Zeit der weißen Kartons als Umverpackung, leider hatte ich sie nie in der Hand. Auf den ersten Blick sieht das neue Modell gut aus, selbst die Verarbeitung kann befriedigen, hoffentlich bleibt diese Tendenz bei der Produktion in Madagaskar bestehen. Etwas unschön ist die ziemlich große Bodenfreiheit an der Front, ansonsten kann man an der Gesamtform und den Details nicht meckern, vor allem das Cockpit ist sehr schön reproduziert. Auffällig sind die feinen Rückspiegelfüße, die Heckflügelstützen sowie die guten Räder. Also eigentlich alles ok, bis man versucht, die Mirage in der Vitrine einzureihen. Was ist denn da passiert? Das Modell ist viel zu groß, Messungen und Vergleiche mit den Dimensionen des Originals ergeben einen Maßstab von 1:40 und größer! Das kann man aber nicht der neuen Produktion anlasten, scheinbar hat man das Master des Gulf-Modells übernommen. Wie mir ein Sammlerkollege bestätigte, ist auch dieses genauso überdimensioniert. Bei den vielen von Spark produzierten Miniaturen wäre es bestimmt nicht zu viel verlangt gewesen, wenn man ein neues, passendes Master gefertigt hätte.

Selten war ich von einem Spark-Modell so enttäuscht und muss sagen, dass mir die Entwicklung in letzter Zeit Sorge macht. Einerseits die Fertigungsprobleme, dann zunehmende Ungenauigkeiten und inzwischen höhere Preise (die im Konkurrenzvergleich natürlich immer noch ok sind), ob das der richtige Weg ist? Diese Mirage kann ich leider nicht neben andere Modelle in die Vitrine stellen, das sieht schlichtweg unmöglich aus.

Mirage Gulf GR7 Ford GELO Racing Team 2° 1000km Nürburgring 1975, Spark, Bestellnummer S0315, Auslieferung März 2022, keine Limitierung, Made in Madagascar.

Unser Fotomuster kommt von Supercars in München, vielen Dank für die Unterstützung.

Fotos und Text: Rudi Seidel

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