Samstag, 18. September 2021

Das Froschauge - Austin Healey Sprite von Kyosho, 1:18

Kompakte, spartanisch ausgestattete, sportliche Roadster erfreuten sich ab der Mitte der 1950er Jahre nicht nur in Großbritannien großer Beliebtheit. Die British Motor Corporation (BMC) stellte 1956 eine besonders kompakte Neuentwicklung vor, den Austin Healey Sprite. Der kleine und günstige Roadster sollte insbesondere ein junges Publikum erreichen, man wünschte sich ein Auto, dass ein jugendlicher Besitzer im Zweifelsfall sogar in seinem Motorradschuppen unterbringen konnte. Dementsprechend hatte der kleine Sprite nichts vorzuweisen, was irgendwie in Richtung „Komfortausstattung“ deuten könnte. Besonders auffällig war aber das Design der Frontpartie, das dem kleinen Roadster schnell seinen Spitznamen einbrachte –„Frogeye“. Die hoch auf der Motorhaube montierten Frontscheinwerfer in Verbindung mit dem lächelnden Kühlergrill gaben dem „Froschauge“ ein sehr individuelles Gesicht, das eigentlich hätte anders aussehen sollen. Ursprünglich sollten die Frontscheinwerfer per Klappmechanismus aufgestellt werden, so wie es später beispielsweise beim Porsche 928 realisiert wurde – doch den Pfennigfuchsern der BMC waren die Kosten zu hoch, so kam es zu dem charakteristischen Erscheinungsbild. 1961 kam die „Mark II“-Folgegeneration auf den Markt, die ein deutlich konventionelleres Design zeigte und auch als MG Midget verfügbar sein sollte.

Die erste Generation des Sprite gab es im Maßstab 1:18 vor etlichen Jahren schon als gelungenes Revell-Modell, nun haben die japanischen Modelleure von Kyosho eine eigene und modelltechnisch aktuellere Version nachgelegt. Zunächst im hier gezeigten Hellblau oder in Weiß verfügbar, ist der Sprite eine höchst willkommene Bereicherung des 1:18-Marktes. Das Diecast-Modell im klassischen Stil verfügt über öffnende Türen und eine öffnende Motorhaube – einen Kofferraumdeckel gab es beim Vorbild auch nicht. Die Karosseerieform passt perfekt und auch die Passungen der öffnenden Teile sind sehr gut – vielleicht sogar besser als beim Vorbild.

Das Cockpit liegt offen vor dem Betrachter und begeistert mit winzigen Schaltern und feinen Instrumenten. Sehr schön auch die abgesetzten Kedern an den vorbildgerecht einfachen Sitzen. Unter der großen Motorhaube gibt es eine schöne Nachbildung des winzigen Vierzylinders mit seinem typischen grünen Motorblock. Es gibt sogar eine teilweise Verkabelung und bei geöffneter Haube (die von zwei Metallaufstellern offen gehalten wird), ist es leichter, den hauchfeinen Kühlergrill zu bewundern. Die Leuchten vorne und hinten sind sehr schön, besonders gefallen mir die Scheibenfelgen mit den Healey-Radkappen. Die Freude endet auch beim Unterboden nicht, sondern auch hier hat man bei Kyosho viele Details verwirklicht. Die Verarbeitung passt und außer den etwas prominenten Spalten an der Frontparte und dem ziemlich überflüssigen Pseudo-Nummernschild am Heck gibt es nichts auszusetzen – und diese beiden Punkte sind definitiv Klagen auf sehr hohem Niveau. Ein wunderbares Modell, dem Kyosho noch einige europäische Klassiker folgen lassen will.

Fotos und Text: Georg Hämel

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