Donnerstag, 29. August 2019

Turbo mit Sternenhimmel - Porsche 930 Gr. B Almeras Le Mans 1983 von Spark, 1:43

Die Brder Jean-Marie (geb. 1943) und Jacques (geb. 1949) Almras aus dem sdfranzsischen Montpellier waren bereits in jungen Jahren motorsportlich aktiv. Der ltere entdeckte die damals neuen GoKarts fr sich und nahm seinen Bruder mit. Auch beruflich ging es um Autos, bereits 1966 grndete Jean-Marie einen Karosseriebetrieb. Erste Rallyes wurden mit einem selbst getunten Peugeot 204 bestritten, schnell kam der Wunsch nach professionellerem, konkurrenzfhigen Material. Man erwarb 1968 von Michel Polnareff, einem damals angesagten Musiker, seinen leicht verunfallten Porsche 911 S und startete beim Critrium des Cvennes und im Folgejahr bei der Tour de France. Andere Porsche-Rennwagen folgten, parallel dazu erwarb man Erfahrung und Verdienste als unabhngiger Porsche-Tuner und grndete 1971 die quipe Almeras Frres als Rennteam. Vor allem bei Bergrennen und Rallyes erzielte das Team groe Erfolge. Ab 1980 nahmen die Brder insgesamt achtmal an den 24 Stunden von Le Mans teil. Ihr grter Erfolg kam 1983 mit dem 15. Platz gesamt und dem dritten Rang in der Gruppe B. Almeras-getunte Porsche gewannen aber auch 1978 die Rallye Monte Carlo und 1980 die Tour de Corse. Aber auch der 924 GTS, mit dem Jrgen Barth die Monte 1982 bestritt, oder Walter Rhrls 911 von 1981 kamen zumindest offiziell aus Montpellier.

Heute betreiben die Brder ein groes Peugeot-Autohaus und einen unabhngigen Porsche-Betrieb mit Restaurierung, Tuning, Service und Verkauf in Montpellier. Inzwischen ist auch Philippe, Jacques Sohn rennsportlich unterwegs, whrend Jean Marie 2013 und 2014 mit seinem 935 zweimal franzsischer Bergmeister fr historische Rennwagen wurde.

1983 war das zweite Jahr der neuen Gruppeneinteilung, die meisten Autos im Startfeld von Le Mans waren natrlich Gruppe-C-Prototypen, lediglich acht Gruppe-B-Fahrzeuge nahmen teil, neben sechs Porsche 911 turbo ein einsamer 928 S und ein BMW M1aus dem Besitz von Walter Brun, den der zuknftige Besitzer Angelo Pallavicini zusammen mit Jens Winther und Poldi von Bayern bewegte. Der BMW war mit Abstand der schnellste, leider kollabierte das Getriebe in der 17. Stunde. Die Porsche waren zwar langsamer, aber sehr zuverlssig, immerhin sahen vier die Zielflagge. Sieger der Gruppe B und gesamt 11. wurden die Briten Cooper/Smith/Ovey vor der bayerischen Mllerbru-Truppe Memminger/Kuhn/Mller (gesamt 13.) und eben dem Almras-Auto auf Platz 15 gesamt. Mit 280 Runden war die Fahrt eher gleichmig als schnell, die Briten schafften 304 Runden, der siegreiche Porsche 956 trotz einiger Probleme 371 Runden. Das sind schon himmelweite Unterschiede.

Schn, dass Spark uns aktuell ein Modell der erfolgreichsten Le Mans-Teilnahme der Brder Almras liefert, vor allem, weil dieser 930 turbo sicherlich der optisch aufflligste war. Da man als Hauptsponsor einen Pariser Bettenladen gewinnen konnte, lackierte man das Auto dunkelblau, nach unten in rosa bergehend, mit einer Menge weier Sterne auf Fronthaube, Dach und Heckpartie. Spark hat das gut reproduziert, wenn auch der Verlauf an den Flanken etwas hher gehen sollte. Details wie der zustzliche Khler an der Front, die Nebelschlussleuchte, die glatten Radabdeckungen oder der mittig mndende Auspuff werden beachtet. Das Cockpit lsst nichts vermissen, Lackierung, Dekoration und Fenstereinstze sind von hoher Qualitt. Die Gesamtform des Porsche finde ich allerdings nicht optimal: Die Fronthaube ist zu flach, dadurch kommt die Stostange etwas zu hoch und der Dachaufbau scheint mir etwas niedrig. Das sind allerdings rein optische Eindrcke, die ich nicht durch Messungen berprft habe.

Wer mit der Form des Modells zufrieden ist, bekommt einen attraktiven, nicht alltglich dekorierten Porsche fr die Le Mans-Vitrine

Unser Fotomuster kommt von Raceland, vielen Dank fr die Untersttzung.

Fotos und Text: Rudi Seidel

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