Sonntag, 7. Januar 2018

Interessante Varianten: Porsche 917 TC "Vaillant" von Minichamps, Carrera RS Kremer LM 73 und 936 CJ Belga von Spark, 1:43

Einige der schönsten Varianten von historischen Porsche-Rennfahrzeugen, die zum Jahresende produziert wurden, wollen wir hier vorstellen. Während der Minichamps-917 bereits schwierig zu bekommen ist, sind die beiden Sparks noch ohne Aufpreise im Fachhandelsangebot.

Porsche 917/30 TC Vaillant Interserie 1975 Herbert Müller von Minichamps

Diese auf lediglich 300 Stück limitierte Variante des dicken Turbo-Porsche zeigt den 917/30 TC aus dem ersten Rennen der Interseriensaison 1975, dem Großen Preis von Wiesbaden in Hockenheim am 13. April. Herbert Müller hatte mit diesem Auto in Martini-Lackierung im Vorjahr die Meisterschaft gewonnen, sein letzter Einsatz mit dem 917 in der Interserie erfolgte dann im typischen grünen Sponsorenkleid von Vaillant. Der Schweizer gewann souverän, allerdings waren die Gegner in dieser letzten Saison der klassischen Interserie nicht gerade besonders stark. Den Rest der Saison bestritt Stumpen-Herbie, wie er wegen seines Zigarrenkonsums genannt wurde, auf seinem 908/3 Turbo wieder im Martini-Design, letztlich ließ er sich auch diese Meisterschaft nicht nehmen und gewann vor Ernst Kraus, der meist auf einem 917/10, allerdings mit Saugmotor, unterwegs war.

Die Diskussion, ob 917/20 oder 917/30 für das Auto die richtige Bezeichnung ist, wollen wir nicht wiederholen, siehe unser Artikel über das Modell im Jägermeister-Outfit.

Das Modell zeigt die gewohnten Stärken und Schwächen dieser Serie von Minichamps. Gute Grundform, feine Verarbeitung und Dekoration, aber natürlich die selben Mängel wie beim Martini- oder Jägermeister-917. Vor allem die NACA-Einlässe auf der Motorhaube stören die Linie und sind im Original nur beim 917/10 vorhanden. Den Hersteller dürfte die Kritik nicht stören, sind doch alle Modelle des 917/30 so gut wie vom Markt verschwunden.

Porsche Carrera RS Kremer Le Mans 1973 von Spark

In diesem Jahr traten die Bürzel-Porsches erstmals bei den 24 Stunden von Le Mans an. Da Porsche seine beiden Martini-Autos so stark modifiziert hatten, dass sie in der Sportwagenklasse starten mussten, blieb die GT-Klasse für die Kunden offen, allen voran natürlich Kremer, Loos und die Franzosen von Sonauto. Der Werks-Carrera von Müller/van Lennep schaffte übrigens Platz 4 hinter zwei Matra 670 und einem Ferrari 312P!

Bei den GT erwies sich das Kremer-Auto als sauschnell, Mit Schickentanz, Erwin Kremer und dem Schweizer Paul Keller fuhr man bis auf Platz 7 vor, bis am Sonntagmorgen Probleme mit der Vorderbremse und dem Auspuff das Team bis auf Platz 14 zurückwarfen. Die Aufholjagd erbrachte im Ziel Platz 8, lediglich 10 km hinter dem GT-Gesamtsieger, einem Ferrari Daytona mit Vic Elford und Claude Ballot-Léna, auch nicht gerade einer Amateurtruppe. Als Trost winkte der Klassensieg bei den GT bis 3.000 ccm, kein schlechtes Debut in Le Mans!

Der Spark-Carrera RS sieht wirklich überzeugend aus. Die auch noch von den GT-EM-Einsätzen bekannten Streifen auf weißem Grundlack, die Kremer-Abwandlung des Carrera-Schriftzugs am Schweller, aber auch die kleinen Details wie die Weitstrahler in der Stoßstange oder die Startnummerbeleuchtungen ergeben ein reizvolles Modell, nett die Fuchs-Felgen, vorne in Alu, hinten in rot. Insgesamt genügend Argumente, diesen Carrera in die Sammlung aufzunehmen!

Porsche 936 CJ Belga Le Mans 1983 von Spark

Autos mit der Werbung für die belgische Tabakmarke Belga haben optisch immer ihren Reiz, wenn auch der hier präsentierte 936 CJ in Le Mans nichts mehr vom Teller gerissen hat. Joest und Kremer hatten sich 1982 zum Beginn der Gruppe C aufgrund nicht verfügbarer Porsche 956 mit dem 936 C und dem Kremer CK5 auf Basis alter 936 ihre Übergangs-Rennautos gebaut, die dann im Folgejahr an Privatfahrer verkauft wurden, um noch etwas Geld in die Kasse zu bringen. Gegen die inzwischen massive Armada von Porsche 956 hatten die alten Gitterrohrrenner keinerlei Chance, ausserdem war wohl die Vorbereitung eher mangelhaft. Die belgischen Gebrüder Martin als zwischenzeitliche Besitzer des 936 sowie der Rallyecrack Marc Duez sollten als Fahrerteam fungieren. Bereits in der 10. Runde kollabierte die Benzineinspritzung, offiziell fiel man in der zweiten Stunde aus, Duez ersparte sich den Einsatz. Im Ziel waren übrigens neun der ersten zehn Platzierten Porsche 956, lediglich auf Platz 9 störte ein Sauber C7 das Gesamtbild!

Sparks 936 J ist ein sehr attraktives frühes Gruppe C-Fahrzeug, langgestreckt mit weit nach vorne verlagertem Cockpit und recht glatten Formen. Schöne Räder, feine Details und die attraktive weiß/rote Lackierung lassen Freude aufkommen. Einige Decals bleiben Aufgabe des Käufers, aber das ist kein Problem, so entspricht das Modell wenigstens dem Vorbild. Warum allerdings Minichamps, die ja bei Tabakwerbung besonders restriktiv sind, Belga-Modelle voll beklebt ausliefert, konten wir uns nicht erklären. Unser Fotomuster ist bereits vollständig dekoriert, falls Fragen bei der Platzierung der Schiebebilder aufkommen, dürften unsere Fotos helfen. Sicherlich ist der Belga-936 kein Must für die Sammlung, aber sehr schön ist er schon . . .

Unsere Fotomuster kommen von Supercars in München, vielen Dank für die Unterstützung.

Fotos und Text: Rudi Seidel

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