Sonntag, 10. Dezember 2017

Der Blitz, der Porsches zur Strecke bringt - Opel Blitz Renntransporter von Schuco, 1:43

Als Ergänzung zum großen MAN-Transporter (unser Bericht über den Schuco 1:43er) übernahm Porsche einen sehr speziellen Opel Blitz in den Fuhrpark der Rennabteilung. Basierend auf einem Fahrzeug der dritten Generation, die ab 1960 produziert und mit dem Sechszylinder-Benziner aus dem Kapitän motorisiert war, fertigte man eine Sattelzugmaschine mit Doppelkabine, die mit einem doppelstöckigen Einachsauflieger mit Platz für drei Rennautos kombiniert wurde. Leider ließ sich nicht ermitteln, wer für diesen Umbau verantwortlich war, vielleicht weiß ein Leser mehr? Die Originalfotos zeigen hinten auf der Bordwand des Aufliegers ein leider nicht erkennbares und auch beim Modell nicht existentes Logo. Der Blitz begleitete die Porsche-Rennabteilung für einige Jahre, Fotos existieren von der Targa Florio, Bergrennen in der Schweiz, aber auch von Le Mans. Als zeitgenössisches Ladegut eignen sich der Porsche 904, der 904/8 Spyder Känguruh, aber auch der Carrera 6. Die zunehmende Breite der Rennautos dürfte dem kleinen Blitz zu schaffen gemacht haben, jedenfalls finden sich keine Bilder über 1966 hinaus. Wie bei anderen Renntransportern mangelt es an einer tiefergehenden Dokumentation, diese Autos waren eben nur Mittel zum Zweck und der Blitz wirkte schon etwas als Provisorium.

Der Porsche-Sammler, aber natürlich nicht nur er, freuen sich über solche Modelle, bringen sie Abwechslung in die Vitrine und die Möglichkeit, Rennautos originalgetreu zu präsentieren. Schucos Blitz erfüllt diese Aufgabe gut, auf der oberen Rampe ist genug Raum für zwei und unten für einen möglichst niedrigen Porsche. Funktionen oder Beladungseinrichtungen fehlen völlig, lediglich die hintere Ladeklappe liegt, wie schon beim MAN, als Einzelteil bei. Leider kann man sie nicht in irgendeiner Form einrasten oder fixieren, die mitgelieferten dünnen Tesakreppstreifen dienen nur der Transportsicherung.

Die Zugmaschine ist sehr gut gelungen und filigran gefertigt. Feine Anbauteile, klare, sehr sauber eingesetzte Scheiben, vorbildgerechte Räder, sogar der Unterboden mit extra angesetzter Auspuffanlage und freistehender Kardanwelle ist gut detailliert. Wir vermissen lediglich ein Typenschild am Vorderkotflügel oberhalb des Radlaufs. Vom Auflieger kann man das weniger behaupten. Im Großen und Ganzen stimmt die Form, aber die Anmutung ist etwas primitiv. Der Abstand der beiden Plattformen ist zu gering, ein Porsche 904 sollte unten schon reinpassen. Ausserdem deuten Fotos darauf hin, dass auch unten schräge Lochbleche existierten, die Autos standen nicht waagrecht im Hänger. Die Rampen sollten eigentlich Lochbleche sein, die oberen Geländer stimmen im vorderen Bereich nicht ganz, die Ladeklappe lässt sich, wie gesagt, weder klappen noch fixieren und vor allem das Fahrgestell läßt einiges vermissen, auch die beim Original vorhandenen Unterlegkeile wurden weggelassen. Die Kotflügel sind beim Vorbild nur Segmente, nicht durchgehend, die obere Rampe besteht nur aus Metallprofilen und den genannten Lochblechen, da stimmt das Modell einfach nicht. Einerseits verständlich, vorbildgetreue Nachbildung hätte großen Aufwand und zu große Bruchgefahr bedeutet, andererseits sind 130 Euro auch kein Pappenstiel. Die Porsche-Schriftzüge kamen übrigens erst später an den Auflieger, bei der Targa 1965 waren sie noch nicht vorhanden.

Ok, wenn der Blitz beladen in der Vitrine steht, kann man mit dem Gesamteindruck einigermaßen zufrieden sein und freut sich, dass auch ein solch eher exotisches Vorbild in 1:43 existiert. Ein Supermodell darf man aber nicht erwarten. Wir packen trotzdem drei Porsches auf den Transporter und haben unseren Spass.

Fotos und Text: Rudi Seidel, wir danken unserem Leser Peter Hoffmann für weiterführende Hinweise. Er vermutet als Hersteller des Original-Aufliegers die Firma Krone, dafür habe ich allerdings noch keinen Nachweis.

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