Sonntag, 17. September 2017

Nicht schnell, aber ausdauernd - MGB Le Mans 1965 von Spark, 1:43

MG hat in Le Mans wie andere britische Marken eine langjährige Tradition, die bis in die 30er Jahre des vorherigen Jahrhunderts zurückgeht. Der letzte MGA, der zum Einsatz kam, schaffte 1960 immerhin den 12. Platz und einen Klassensieg, im Jahr darauf verfehlte man die Qualifikation. 1962 wurde dann das neue Sereinfahrzeug, der MGB, präsentiert. Das BMC Competition Department bereitete in Abingdon für 1963 ein einziges Rennauto auf Basis des MGB vor, das einige Modifikationen erhielt. Am auffälligsten war natürlich die Frontgestaltung mit einer verlängerten, aerodynamischen Schnauze, aus Glasfiber wie das Hardtop. Technisch tat sich nicht allzuviel, runde 100 PS holte man aus dem leicht getunten 1,8-Liter-Vierzylinder.

Zu dem Rallyespezialisten Paddy Hopkirk wurde Alan Hutcheson auf den MG gesetzt, der es fertigbrachte, kurz nach dem Start das Auto in Mulsanne in den Sand zu setzen. Nach 90 Minuten Buddeln ging es weiter, schließlich belegte man den 12. und letzten Platz, der nach Ausfällen der Konkurrenz mit einem Klassensieg vergoldet wurde. Im folgenden Jahr kam Paddy Hopkirk als frischgebackener Rallye-Monte-Carlo-Sieger nach Le Mans, der MGB glich dem Vorjahresauto, war aber neu. Diesmal reichte es nur für Platz 19 und in der Klasse musste man gegen die viel schnelleren Porsche 904 antreten, Der schnellste 904 schaffte über die 24 Stunden 35 Runden mehr als der kleine MG. So lief es auch 1965, diesmal belegten Hopkirk/Hedges Platz 11 mit 42 Runden Rückstand auf den einzigen Porsche 904 im Ziel. Damit endete die Karriere dieses klassischen britischen Roadsters in Le Mans.

Nachdem Spark bereits die Version von 1963 produziert hat, kam gerade der 65er in den Handel, natürlich wird auch noch der MGB von 1964 folgen. Wir haben ein typisches Spark-Modell vor uns, mit sauberer Lackierung und Beklebung, vielen winzigen Details und einwandfrei getroffener Form. Die kleinen Speichenräder sind passabel, der Innenraum und das Cockpit komplett reproduziert. Selbst die senkrechte Strebe hinter der Frontscheibe wurde nicht vergessen. Rücklichter und Scheinwerfer überzeugen, ganz leise Kritik kann man am etwas dicken Rahmen der Frontscheibe äussern, die Rahmen der Seitenfenster sind hingegen sehr fein nachgebildet. Am Unterboden findet man lediglich die vor dem linken Hinterrad mündende Auspuffanlage und die Aufnahmen für die Wagenheber.

Sicherlich sind diese MGs eine schöne Bereicherung für die Le Mans-Sammlung, auch wenn sie nicht zu den spektakulären Teilnehmern zählten. Aber dreimal hintereinander ins Ziel zu kommen, ist schon eine tolle Leistung.

Unser Besprechungsmuster kommt von Supercars in München, vielen Dank für die Unterstützung.

Fotos und Text: Rudi Seidel

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