Donnerstag, 12. November 2015

Sportliche Resteverwertung - Denzel WD 4-Sitzer 1949 von AutoCult, 1:43

Der 1908 in Graz geborene Wolfgang Denzel machte sich in den Dreissiger Jahren als Motorradrennfahrer einen Namen. Seine Erfolge fr die wei-blauen Maschinen brachte ihm 1938 einen Hndlervertrag ein. Nach dem Krieg fing er in Wien wieder an, mit Autos zu handeln, gleichzeitig wurden briggebliebene Wracks wieder flott gemacht. Die erste Eigenkonstruktion entstand 1949 auf dem Fahrgestell eines VW-Kbelwagens, dem eine sportliche Karosserie aus Wekavia-Jute, einem Werkstoff aus Jute und Kunstharz, auf einem Holzgerst angepasst wurde. Der Motor wurde auf 33 statt der serienmigen 25 PS getunt, damit waren 135 km/h mglich. Kurioserweise besa das Auto weder Tren noch ein Verdeck. Die Weiterentwicklungen entstanden dann auf Kfer-Plattformen, mit bis zu 85 PS waren die spteren Denzel Super 1300 oder 1500 ernstzunehmende Sportwagen, die durchaus den Porsche Paroli bieten konnten, was sich auch bei Rallyes oder Rennen zeigte. Grter Erfolg war sicherlich der Gesamtsieg beim Coupe des Alpes 1954. 1960 endete dann die Produktion, genaue Stckzahlen sind nicht nachweisbar, die Schtzungen gehen von 65 bis ber 300 Fahrzeuge. Wolfgang Denzel selbst spielte brigens bei der Rettung von BMW 1959 eine Hauptrolle: Auf seine Initiative hin wurde der 700 entwickelt, der groen Anteil an der Sanierung der Firma hatte und einen geplanten Verkauf von BMW an den Konkurrenten Daimler-Benz verhinderte. Auch im Segelsport war Denzel spter hchst erfolgreich, seine Firma existiert heute noch als Teil des sogenannten steirischen Automobilclusters. Wolfgang Denzel selbst starb 1990 in Berg am Starnberger See, bis zum Schluss blieb er ein kompetenter Gesprchspartner, aber angeblich auch ein ziemlich strrischer Mensch.

Thomas Roschmann hat sich fr AutoCult nicht etwa den eher populren Denzel WD Super 1300 aus den spteren 50ern ausgesucht, sondern eines der frhen Fahrzeuge auf dem Kbelwagenfahrgestell. Wie Karl Ludvigsen in seinem Buch "Porsche - Ursprung einer Marke" schreibt, wollte man grere Kundenkreise ansprechen, deshalb baute man eine Notsitzbank ein, die den Sportwagen zum 2+2-Sitzer machte. Dazu gehrten auch richtige Tren und Kferfelgen mit Radkappen, wie man auf einem zeitgenssischen Foto in diesem Buch gut erkennen kann. Ludvigsen spricht entgegen anderer Quellen von Aluminiumkarosserien, leider konnte ich das nicht nachprfen. Das im Hamburger Museum Prototyp ausgestellte Fahrzeug, Vorbild unseres Modells, besitzt die gleichen Details, lediglich das Verdeck scheint spter montiert worden zu sein. Alle Details sind gut nachgebildet, das etwas hochbeinige Auftreten, die schmalen Reifen, der spartanische Innenraum und die feine Windschutzscheibe. Die Lackierung ist perfekter als beim Ursprungsfahrzeug, die Verarbeitung des Modells einwandfrei. Sicherlich zeigt der Denzel WD ein Stck Nachkriegsgeschichte und beweist die Vielfalt von Derivaten auf Basis des Volkswagens, trotzdem wrde ich mir auch noch einen der spteren, hbscheren Denzel im Modell wnschen.

Unser Fotomuster kommt von Supercars in Mnchen, vielen Dank fr die Untersttzung.

Fotos und Text: Rudi Seidel

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