Sonntag, 24. August 2014

Vorbote einer Ikone - Jaguar E2A Le Mans 1960 von Spark Models, 1:43

Bevor der Jaguar E-Type zur Sensation des Genfer Salons 1961 wurde, gab es in Coventry schon Prototypen, mit deren Hilfe man Entwicklungsarbeit betrieb. Dass es einer davon zu den 24 Stunden von Le Mans schaffte, ist eine spannende Geschichte. Wir haben nachgeforscht und das Spark-Modell mit dem Original verglichen.

Bereits im Jahre 1957 wurden die Arbeiten an einem Sportwagen begonnen, der auf die legendären D-Types mit ihren 3 Erfolgen in der Sarthe folgen sollte.Bill Haynes, der Chefingenieur bei Jaguar, griff auf einen bereits 1953 (!) gezeichneten und gebauten Entwurf von Malcolm Sayer zurück, und man baute den ersten fahrfähigen Prototypen E1A (A für Aluminium) in einem Größenverhältnis von 9:10 mit 2,4-Liter-Triebwerk. Größter Fortschritt gegenüber den Vormodellen war die unabhängige Hinterradaufhängung. Der Sinn der Verkleinerung erschließt sich mir allerdings nicht. Egal, der Roadster ohne Verdeck und ohne Scheinwerfer wurde ausgiebig erprobt und sogar dem Herausgeber des englischen Magazins „Motor“ überlassen, der zusammen mit seiner Frau einen größeren Ausflug durch Wales unternahm und durch seine Begeisterung Sir William Lyons, den Jaguar-Boss, überzeugte, das Auto zur Serienreife zu entwickeln. Ein zweiter, jetzt größerer Prototyp mit der Bezeichnung E1 bis und dem Spitznamen „Special Rivet Pop“, wegen seiner genieteten Karosserie, wurde aufgebaut, mit einem 3,4-Liter-Triebwerk versehen und ausgiebig getestet.

Dann kam Briggs Cunningham ins Spiel. Der amerikanische Multimillionär, Hochseesegler und Rennfahrer war seit 1955 Le Mans ferngeblieben und auf der Suche nach einem konkurrenzfähigen Fahrzeug für die 24 Stunden 1960. Er konnte Jaguar davon überzeugen, für ihn einen Rennwagen zu entwickeln, eben den E2A. Das Reglement verlangte eine Hubraumobergrenze von 3 Liter und eine Windschutzscheibe von 25 cm Höhe. Ursprünglich sollten zwei oder drei Autos entstehen, aber die Zeit reichte nicht mehr aus, und so blieb E2A ein Einzelstück. Das 3-Liter-XK-Triebwerk war leider nie besonders zuverlässig und bestätigte diesen Ruf auch in Le Mans. Im April 1960 trat man schließlich beim Vortraining an, E2A hatte noch seine Zulassungskennzeichen VKV 752, eine nackte Aluminiumhaut, die Startnummer 7 und keine Stabilisierungsflosse am Heck. Zum offiziellen Training im Juni kam der Jaguar dann in bekannter Form und Lackierung und legte mit 4'04''06, das ergab einen Schnitt von 198,118, die schnellste Zeit vor. Damals war die Startaufstellung allerdings noch vom Hubraum abhängig, weshalb die ebenfalls von Cunningham gemeldeten Chevrolet Corvette ganz vorne standen.

Im Rennen zeigte E2A die schon erwähnten Schwächen, schon in der dritten Runde gab es Probleme mit der Einspritzung. letztlich mussten Dan Gurney und Walt Hansgen, die von Cunningham auf den Jaguar gesetzt wurden, nach 89 Runden mit einem durchgebrannten Kolben und defekter Zylinderkopfdichtung die Segel streichen. Cunningham brachte das Auto in die USA, wo man, jetzt mit einem 3,8-Liter-Triebwerk, einige Rennen in USA bestritt, unter anderem mit Sir Jack Brabham am Volant. Später ging der Jaguar zurück nach Coventry, blieb lange Jahre in Sammlerhand, bis er 2008 von Bonhams in Kalifornien für umgerechnet 3.736.338 Euro versteigert wurde.

Spark ist eine sehr gute Miniatur gelungen. Grundform und Proportionen sind perfekt getroffen, die Nietenreihen, mit denen die Alu-Karosserieteile zusammengefügt wurden, sind fein nachgebildet. Die wenigen Anbauteile sind gut dargestellt, vor allem die Konstruktion von Windschutzscheibe, Seitenfenstern und Beifahrersitzabdeckung ist schön wiedergegeben. Das Cockpit ist auch sehr detailliert, ebenso sind Scheinwerfer und Rücklichter gut gemacht. Die durchbrochenen Lochfelgen mit feinen Zentralverschlüssen sind einwandfrei, lediglich die Reifenbreite dürfte etwas überdimensioniert sein. Kleine Kritik für einen fehlenden Schnellverschluss seitlich rechts an der Flosse und für die sicherlich schwer reproduzierbaren Lüftungsschlitze auf der Motorhaube, die bei Vorbildfotos, von hinten gesehen, sich deutlich schwarz abheben.

Dieser Jaguar E2A bereichert jede Sammlung, die sich mit den Raubkatzen aus Coventry befasst, aber auch für Le Mans-Fans und einfach für Freunde schöner Rennsportwagen ist dieses Modell eine tolle Ergänzung.

Unser Fotomuster kommt von Supercars in München.

Fotos und Text: Rudi Seidel

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