Freitag, 8. November 2013

Der erste Sieg - Porsche 804 F1 1962 von AUTOart, 1:18

Nachdem Porsche 1961 in der Formel 1 mit dem Versuch gescheitert war, den Formel 2-Monoposto mit nur kleinen Änderungen auch in der größeren Klasse einzusetzen, beschloss man für 1962 einen komplett neuen Wagen mit konkurrenzfähigem Achtzylindermotor zu konstruieren. Der neue Bolide mit der internen Kennziffer 804 war im Vergleich zu seinen Vorgängern deutlich flacher und glatter, schon im Stand wirkte er deutlich schneller. Erstmals gab es Scheibenbremsen, den Lüfter auf dem flach bauenden Achtzylinder sollte man später auch bei den legendären Rennsportwagen finden. Leider war man der primär englischem Konkurrenz dennoch anfänglich nicht gewachsen. Man ließ mit dem 804 daher einige Rennen aus, um den Wagen weiterentwickeln zu können. Für den Großen Preis von Frankreich in Rouen war der 804 insbesondere im Bereich des Fahrwerks überarbeitet worden und Gurney konnte tatsächlich einen souveräne Sieg erringen. Auch auf der Stuttgarter Solitude setzte sich Gurney überlegen durch, dieses Rennen zählte allerdings nicht zur Weltmeisterschaft. Trotz einiger Podiumsplätze im weiteren Verlauf der Saison konnten die hohen Erwartungen aber nicht erfüllt werden, Porsche entschied sich angesichts der hohen Kosten des Formelrennsports dafür, seine motorsportlichen Aktivitäten auf die Rennsportwagen zu konzentrieren und zog sich nach der Saison 1962 aus der Formel 1 zurück.

Zweifellos ist der Porsche 804 ein wichtiges Stück Motorsportgeschichte und AUTOart hat der eleganten Rennzigarre aus Stuttgart nun ein hochdetailliertes Modell im Maßstab 1:18 gewidmet. Versionen ohne Fahrerfiguren wurden bereits ausgeliefert, jetzt gibt es den 804 in streng limitierter Auflage (gerade einmal 1.000 Exemplare pro Modell) mit passenden Fahrern. Es sind die Wagen von Dan Gurney aus dem GP Frankreich und der 804 von Jo Bonnier aus dem GP Deutschland auf dem Nürburgring erhältlich, ich habe mir Dan Gurneys Siegerwagen aus Rouen angesehen. Leider fällt auf den ersten Blick auf, dass man sich offensichtlich am aktuellen Zustand des Autos orientiert hat, die Längszugstreben hinten hatte der Wagen in Rouen noch nicht, diese kamen erst später hinzu, um das Handling zu verbessern. Bedauerlich, aber angesichts der sonstigen Qualitäten zu verschmerzen.

Diese Qualitäten sieht der Sammler schon, wenn er das perfekt verarbeitete Modell aus der Verpackung hebt. Motorabdeckung und Heck sind abnehmbar und geben den Blick auf aufwändig nachgebildete Technik frei, die sich in ihrer Präzision fraglos auf dem Niveau von CMC bewegt. Aber auch mit geschlossenen Hauben (die natürlich perfekt passen) macht der AUTOart-Porsche eine hervorragende Figur. Das Lackfinish ist makellos, alles passt und sitzt perfekt. Eine Besonderheit dieser Modelle sind die Fahrerfiguren, die in beiden Fällen sehr gut proportioniert sind und sehr realistisch wirken. Die Bemalung und Schattierung sind für fertige Figuren auf hohem Niveau und Körperhaltung sowie Faltenwurf der Kleidung fallen exzellent aus.

Der Achtzylinder mit seinem obenliegenden Lüfter gefällt mit aufwändiger Kolorierung und kompletter Verkabelung. Die Ansaugstutzen der Vergaser sind aus feinem Metall montiert, ohnehin lassen sich sehr viele feine Einzelteile aus geätztem oder sehr feinem Metall im Motorraum finden. Da sind die kompletten Schläuche und die extrem realistischen Oberflächen schon fast "nur" Standard dieses gewohnt hochwertigen Herstellers. Natürlich werden die Radaufhängungen ebenfalls aufwändig nachgebildet, bis hin zu den Porsche-typischen Scheibenbremsen. Sehr schön fallen hier auch die Felgen aus, die das klassische Erscheinungsbild der Porsche-Felgen so gut treffen, wie an keinem Modell zuvor. AUTOart ist hier zweifellos ein herausragendes Modell gelungen, das mit erstaunlichen Details den hohen Preis mehr als nur rechtfertigt. Ein Highlight dieses Modelljahres!

Wir danken AUTOart für die Bereitstellung unseres Besprechungsmusters!

Text und Fotos: Georg Hämel

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