Dienstag, 29. Oktober 2013

Die Krönung des Dreizacks - Maserati 5000 GT Allemano von Minichamps, 1:43

Nachdem Maserati in den 50ern mit den Einsätzen in der Formel 1 und den großen Sportwagenrennen viel Geld verbrannte, kamen durch den kommerziellen Erfolg des 3500 GT ab 1957 auch wieder ordentlich Scheine in die Kasse. Und dann kam Rezah Pahlevi, der damalige Schah von Persien und große Autofan mit einem Sonderwunsch: Er wollte einen wahren Supersportler mit dem Dreizack. Also kombinierte man das Chassis des 3500 mit der aufgebohrten Maschine des Rennsportwagens 450 S, daraus entstand der erste 5000 GT mit einer Touring-Karosserie, der 1959 auf dem Turiner Salon ausgestellt wurde und gleich weitere Interessenten auf den Plan rief. Der Preis, für den man auch drei Mercedes 300 SL hätte kaufen können, begrenzte den Kundenkreis, letztlich entstanden lediglich 31 dieser Boliden. Während der 5000 GT für den Schah noch ein nur wenig gezähmtes Renntriebwerk besaß, wurden die „Serienmodelle“ mit einem etwas zivilisierteren V8 von 4938 ccm und 340 PS bestückt, der eine Spitze von 260 km/h und eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 5,5 Sekunden erlauben sollte. Alle großen Carozzieri versuchten sich am Maserati, neben zwei weiteren Tourings kamen auch Bertone, Michelotti, Frua, Monterosa, Ghia und Pininfarina zum Zug. Mit 21 Stück war aber Allemano der Hauptlieferant. Das Vorbild des Minichamps-Modells findet man heute in einer der bedeutendsten Maserati-Sammlungen: Der durch Fußballbildchen berühmt und reich gewordene Umberto Panini hat rund 60 der Autos mit dem Dreizack in Cittanova di Modena versammelt. Siehe auch den Artikel in der Motor Klassik. Die Fotos zeigen, dass Minichamps sich genau an den aktuellen Zustand des Maserati 5000 GT mit schwarzem Aussenspiegel und einer Kopfstütze nur für den Beifahrer gehalten hat.

Für die Evolution-Serie greift Minichamps bekannterweise auf die Resine-Produktion zurück, anders wäre wohl auch die wirklich kleine Stückzahl von 500 nicht machbar. Herstellerseitig ist der 5000 GT schon ausverkauft. Im Vergleich zum kurz vorher erschienenen Modell von NEO Scale wirkt der Maserati aus Aachen irgendwie feiner, filigraner, die Lackierung in türkis metallic tut ein übriges dazu, die NEOs in schwarz bzw. rot wirken lange nicht so gut. Die Detaillierung ist ausgezeichnet, vor allem die Scheibenrahmen und die Fenstereinsätze verdienen höchstes Lob. Die Heckscheibe ist ein echtes Meisterstück. Grills, Lüftungsgitter, Wischer, Embleme und Schriftzüge wecken Begeisterung. Das Interieur lässt auch keine Wünsche offen. Aber wo viel Licht ist, gibt es auch Schatten: Verglichen mit Fotos wirken beim Modell Dachaufbau und Karosseriekörper etwas unproportioniert. Das Dach ist zu hoch, dazu kommt noch, dass der Maserati zu tief liegt. Die Speichenräder mit ihren ziemlich massiven Felgen lassen die Räder kleiner aussehen, als sie sind. Überhaupt sind die Räder in sich etwas wacklig und die Reifen zu breit. Bei unserem Fotomuster waren die Schwellerzierleisten nicht ganz sauber verarbeitet. Trotzdem würden wir den Minichamps in die Vitrine stellen und den NEO verweigern, dessen Form schlechter scheint. Auf weitere Maserati-Modelle wie den Mistral von Minichamps warten wir gespannt.

Unser Fotomuster kommt von Supercars in München, vielen Dank dafür.

Fotos und Text: Rudi Seidel

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