Dienstag, 2. April 2013

Stirling's Ride - Ferrari 250 GT SWB "Tourist Trophy 1961" von Hot Wheels Elite, 1:18

In seiner gesamten Karriere ist Stirling Moss, unzweifelhaft einer der grten Rennfahrer aller Zeiten, fr alle groen Marken des Rennsports gefahren. Mercedes, Maserati, Lotus, Porsche - der sympathische Brite pilotierte sie alle zu groen Erfolgen. Nur das Verhltnis zu Ferrari war sehr angespannt. Im Jahre 1951 hatte Enzo Ferrari den hochtalentierten Moss zu einem Formel-Rennen in Bari eingeladen, dann aber in letzter Minute beschlossen, das fr ihn vorgesehene Auto doch lieber dem erfahrenen Piero Taruffi zu geben. Derart brskiert weigerte sich Moss daraufhin, einen Wagen aus Maranello zu steuern. Das nderte sich 1960, als der schottische Rennstallbesitzer Rob Walker, fr den Moss zu dieser Zeit fuhr, eine 250 GT SWB Berlinetta erwarb, die bei verschiedenen Veranstaltungen erfolgreich eingesetzt wurde, so steuerte Moss den SWB 1960 zum Sieg bei der Tourist Trophy in Goodwood. Fr die Saison 1961 erhielt Rob Walker einen der extra scharfen "SEFAC Hot Rod"-SWB aus Maranello, Chassis 2735 GT, der unter Moss in Silverstone, Brands Hatch, Nassau und wieder in Goodwood souverne Siege holte. Nur in Le Mans fiel man leider aus. Die Saison 1962 sollte dann der Beginn einer neuen Zusammenarbeit von Ferrari und Moss werden, man wollte Walker zwei Formel 1-Werkswagen zur Verfgung stellen, mit denen Moss zweifellos ein ernsthafter Titelanwrter gewesen wre. Leider beendete ein furchtbarer Unfall zu Beginn des Jahres die groe Rennkarriere des Stirling Moss.

Die 1961er Rennberlinetta 250 GT SWB hat Hot Wheels Elite nun als Modell im Mastab 1:18 in den Handel gebracht. Alle Rennwagen des Rob Walker Racing Teams waren in den schottischen Farben Blau und Weiss gehalten, so natrlich auch die Ferrari. Gerade das elegante Dunkelblau auf der zeitlosen Pininfarina-Karosserie macht einen groen Teil des Reizes genau dieser Variante aus - ganz abgesehen vom motorsporthistorischen Hintergrund. Das wohlproportionierte Hot Wheels Elite-Modell des SWB ist dabei im Grunde schon bekannt, aber natrlich haben die Entwickler sich bemht, alle nderungen des Vorbildes gegenber den bisher erhltlichen Modellen korrekt nachzuvollziehen.

So trgt der Moss-SWB sein Lenkrad auf der rechten Seite, was ein komplett neues Armaturenbrett fr das Modell erforderte. Der blaue Innenraum ist korrekt, auch die leichtgewichtigen Trinnenteile ohne Fensterheber hat man richtig umgesetzt. Nur die Sitze sollten etwas leichtgewichtiger ausfallen, den Fehler finden wir aber sogar im CMC-Modell des Renn-SWB. Das Interieur wei ansonsten durchaus zu gefallen, die Instrumente sind sauber dargestellt, alle Schalter und Hebel finden sich an Ort und Stelle. Leider hat man aber das Radio nicht nachgebildet, dass sich nur in diesem Renn-SWB finden lt. Stirling Moss nutzte es, um den Live-Kommentar des Streckensprechers zu verfolgen.

Wirklich beeindruckend fr ein Modell des mittleren 1:18-Preissegmentes fllt die Detaillierung des Motorraumes aus. Der Zwlfzylinder wird komplett verkabelt und trgt als Unterschied zur Strassenvariante einen anderen Luftsammler mit offenliegenden Vergaserrhren. Alle Nebenaggregate sind exakt nachgebildet und tragen korrekte Farben - eine nahezu perfekte Modellumsetzung. Nicht ganz so perfekt sind die Rder des Modelles, die Reifen sind recht grob strukturiert, die Speichenfelgen fallen nicht so fein aus, wie bei anderen Hot Wheels Elite-Klassikern. Im Gegensatz zur Strassenversion sind sie immerhin nicht hochglanzverchromt, was etwas realistischer wirkt. Die Rder und die etwas hohe Bodenfreiheit sind dann aber auch die einzigen Kritikpunkte an diesem berzeugenden Modell. Nett finde ich die angedeuteten Lederriemen fr Motor- und Kofferraumhaube, auch die Aufnahmen fr die Wagenheber hinten und vorne hat man nicht vergessen. Die Dekore sind gut verarbeitete Decals (die hellblaue Farbe der Startnummernfelder ist korrekt) und der Lack meines Besprechungsmusters gab keinerlei Grund zur Klage. Einfach ein schnes Modell eines herrlichen Rennsportwagens!

Text und Fotos: Georg Hmel

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