Mittwoch, 26. November 2025

Tolle Rennautos, tolles Buch - "Ferrari P 1963 - 1967" von Ed Heuvink bei McKlein

Bücher über Ferrari gibt es sicherlich wie Sand am Meer, aber wenn Ed Heuvink und McKlein sich zusammentun, um die Mittelmotor-Zwölfzylinder-Prototypen der Jahre 1963 – 1967 in Text und Bild zu würdigen, kann man mit einem herausragenden Ergebnis rechnen. Natürlich gibt es ein solches Werk in relativ kleiner Auflage von 330 nummerierten Exemplaren nicht zum Discountpreis, aber wenn man sieht, was für einzelne Fotos von Ferrari bei Auktionen bezahlt wird, kann man ermessen, dass dieses aufwendig gestaltete Buch die geforderten 350,- Euro absolut wert ist.

Für die Geleitworte konnte Heuvink Luigi Chinetti Jr. sowie den inzwischen verstorbenen Nino Vaccarella gewinnen, die beiden haben die Zeit der Ferrari Prototypen hautnah erlebt, der Sizilianer Vaccarella als Rennfahrer und Sieger in Le Mans, bei der Targa Florio und am Nürburgring, der Amerikaner als Sohn des Gründers des North American Racing Teams.

Einleitend zeigt der Autor kurz die Renngeschichte von Ferrari von Beginn an auf, es folgt ein ebenfalls kompaktes Kapitel über die ersten Mittelmotor-Prototypen der Marke, die noch mit Triebwerken mit sechs oder acht Zylindern auskommen mussten. Heuvink stellt in der Folge die verschiedenen Baureihen der P-Serie vor, vom 250 P von 1963 bis zum 330 P4 und 412 P von 1967 und beschreibt die Weiterentwicklungen der Technik, die wichtigsten Daten sind natürlich in einer Tabelle ersichtlich. Und dann geht es richtig los!

Jedes einzelne der insgesamt 22 Chassis wird mit einem kompletten Lebenslauf gewürdigt. Von den großen Langstreckenrennen bis hin zu Läufen in Amerika, Südafrika oder auf den Bahamas sind Bilder zu finden, jeweils mit einem kurzen Begleittext. Tabellen mit den Rennteilnahmen, Piloten und Ergebnissen fehlen nicht. Heuwink erwähnt auch, dass manche Angaben nicht sattelfest sein können, was die Fahrgestellnummern betrifft, da wurde früher oft getrickst und wenig dokumentiert. Dieser hoch interessante Teil des Buches umfasst alleine 400 Seiten und ist eine wahre Fundgrube für Historiker, aber auch für Modellautosammler, die die Originalität ihrer Miniaturen überprüfen können. Autor und Verlag haben ein faszinierendes Kompendium über diese erfolgreichen und auch optisch attraktiven Rennsportwagen aus Maranello geschaffen. Persönlich gefallen mir insbesondere die Bilder von Testfahrten oder aus dem Fahrerlager, da wird die hemdsärmelige Arbeitsweise der 60er Jahre deutlich.

Zum Abschluss findet der Leser Porträts der Fahrer unter Angabe der Chassisnummern, die sie pilotiert hatten sowie einige wenige Seiten über die P-Prototypen in der Gegenwart. Hier hätte ich mir noch mehr Informationen gewünscht, ich finde es immer faszinierend zu sehen, wo die Autos heute sind und wem sie gehören (soweit der Besitzer das will). Diese kleine Kritik schmälert aber in keiner Weise die Qualität dieses grandiosen Werkes. Druck, Bildwiedergabe und Verarbeitung sind natürlich erstklassig, für den, der es mag, gibt es einen ferrariroten Schuber.

„Ferrari P - 1963-1967 “ von Ed Heuvink ist beim Verlag McKlein Media erschienen, 470 Seiten, 494 Abbildungen, Text Englisch/Deutsch/Italienisch, limitiert auf 330 nummerierte Exemplare, ISBN 978-3-947156-66-5 , Preis 350,- Euro. Zu bestellen portofrei (innerhalb Deutschland) beim Racingwebshop.

Fotos: © McKlein, Rezension: Rudi Seidel

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