Sonntag, 28. Juni 2020

auto & modell unterwegs: Hans-Peter Porsche Traumwerk in Anger/Obb.

Das Traumwerk in Anger im Berchtesgadener Land dürfte jedem Modelleisenbahnfan und jedem Liebhaber antiken Blechspielzeugs inzwischen ein Begriff sein, die Modellbahnanlage mit 340 qm Fläche und 2700 m Strecke ist wahrlich imposant, aber gleichzeitig bis ins feinste Detail ausgeführt. Besonderer Gag ist ein Tagesablauf in 17 Minuten, der mit 30 HD-Monitoren simuliert wird. Vom frühen Morgen bis in die tiefe Nacht spielt sich das Leben im Zeitraffer ab. Über die Raritäten in der Sammlung von Blechspielzeug kann man nur staunen, welche Pretiosen der Museumsgründer Hans-Peter Porsche, ein Enkel Ferdinand Porsches, zusammengetragen hat, ist kaum vorstellbar. Toll ist auch, dass man bei jedem Besuch Neues entdecken kann, das Team um den Kurator Ulrich Höschen entwickelt ständig neue Ideen, durch die das Museum stets spannend bleibt. Natürlich ist man immer interessiert, weitere Raritäten zur Ergänzung der Sammlung zu erwerben, aber vor allem der Sinn für kleine und kleinste Details wie passende Lampen, Figuren oder Bäume ergeben die perfekt ausgestatteten Dioramen. Ob es die wunderschönen Blechschiffe, die imposanten Flugzeuge und Luftschiffe, oder die Autos aus der Zeit von 1900 bis 1925 sind, oder ob man die Eisenbahnmodelle von Märklin und anderen Marken bevorzugt, eine Spur III-Anlage mit der riesigen Spurweite von 63,5 mm und die Unmenge der alten Blechbahnhöfe bewundert, hier kann man Stunden verbringen. Gut, dass es eine App mit Informationen über jede Vitrine gibt, so bekommt man eine Menge an Hintergrundwissen vermittelt. Die gezeigten Fotos sollen nur einen kleinen Ausschnitt der Sammlung zeigen und Appetit auf einen Besuch in Anger machen.

Anlass unseres Besuchs war natürlich die aktuelle Sonderausstellung, die Corona-bedingt noch bis Oktober weiter läuft und dem historischen Le Mans-Sieg 1970 gewidmet ist. Das Thema Porsche 917 wurde ja bereits im Stuttgarter Museum gefeiert, dort lag aber der Hauptaugenmerk auf den Originalen. Im Traumwerk gibt es auch einige echte Autos zu sehen, die Miniaturen stellen jedoch den Hauptteil der Ausstellung. Witzigerweise hat man die Stuttgarter Präsentation in Anger in 1:43 nachgestellt und zeigt weitere interessante Aspekte, wie die verschiedenen Dekors der Rennautos mit Gulf und Martini als am stärksten vertretene Marken, die im Laufe der Zeit nicht nur auf Porsches zu sehen waren, aber auch die CanAm-Fahrzeuge, Dioramen des Le Mans-Starts in den 60ern und 70ern, sowie die Filmautos von Steve McQueens Le Mans-Epos. Nett ist die Idee, die wichtigsten Fahrer des Porsche 917 zu porträtieren und ihnen im Modell jeweils einige andere Fahrzeuge ihrer Karriere zuzuweisen. Und kleine Gags sieht der aufmerksame Betrachter, wenn er zum Beispiel die Vitrine mit den rot lackierten Testwagen für die Targa Florio betrachtet und der Alfa Romeo 33 mit rauchendem Motor am Streckenrand steht. Die meisten Modelle in 1:43 stammen übrigens aus der Kollektion eines Sammlerfreundes aus Stuttgart.

Sowohl die Sonderausstellung als auch das Museum an sich lohnen auch eine weitere Anfahrt, oder einen Zwischenhalt auf der Reise in den Süden, ein paar Stunden sollte man aber schon einplanen. Weitere Informationen über Öffnungszeiten, Eintrittspreise usw. findet man unter www.traumwerk.de, es gibt übrigens auch einen Spielplatz, eine schöne Gartenbahn, einen Museumsshop und ein sehr empfehlenswertes Restaurant mit Terrasse.

Fotos und Text: Rudi Seidel

unsere fachhandelspartner:

Falls Sie Interesse an unserem Partnerprogramm haben freuen wir uns über eine Nachricht an info@auto-und-modell.de.