Freitag, 24. November 2023

Jahresabschluss bei Autocult: Buch, Küchenauto und Bürobus

Alle Jahre wieder... gibt es von Autocult das gewohnte Buch, in dem der Sammler Geschichte(n) zu den Modellen von 2023 lesen kann und das sogenannte Jahresmodell, meist ein eher kurioses Gefährt. Für dieses Jahr hat man sich etwas neues einfallen lassen, wer das Jahresmodell haben will, bekommt es ohne Druckprodukt. Dafür erhält man einen USB-Stick mit dem Buch als pdf. Das Buch kann man, wie bisher schon, einzeln erstehen, außerdem kann der Fan der Marke den leeren USB-Stick mit 8GB Speicher und aufgedrucktem Logo kaufen. Avenue 43 macht übrigens im Dezember Pause, da geht es nächstes Jahr weiter.

Bata Autokar Sodomka 1937

Als Jahresmodell 2023 hat das Team um Thomas Roschmann ein sehr interessantes Objekt ausgewählt, nämlich eine Art motorisiertes Konferenzzentrum. Jan Antonin Bata, Besitzer einer großen Kette von Schuhgeschäften, wollte auch auf Geschäftsreisen seine Zeit nutzen und ließ sich bei Sodomka, dem damals renommiertesten Karosseriebauer in der Tschechoslowakei, auf einem Ford-LKW-Fahrgestell eine Art Stromlinienbus bauen. Von Tischen mit integrierten Schreibmaschinen über Sitzecken für Besprechungen bis zu einer Couch war alles vorhanden, selbst die Möglichkeit eines Schlafabteils war gegeben. Leider existiert das Fahrzeug nicht mehr, aber im Museum für tschechischen Karosseriebau in Vysoké Mýto östlich von Prag existiert inzwischen eine 3D-Installation, die aufgrund von Fotos programmiert wurde und dem Besucher die Vision des Autokar sowohl von außen als auch von innen bietet.

Mercedes 22/50 PS Küchenwagen 1913

Unter dem Hintergrund, dass die oberste Kriegsherrenriege bei ihren Besuchen der Militär-Manöver vor Ort auch standesgerecht speisen wollte, erfand die Daimler-Motoren Gesellschaft den so genannten Küchenwagen. Im Küchenwagen konnte gekocht werden, zwei große Eisbehälter dienten als Vorratsbehälter für Fleisch, Butter, Wein und Bier „…in einer Reichhaltigkeit, die allen Anforderungen des gesteigerten Manöverappetits gewachsen ist.“ Im Tross mit dem Küchenwagen fuhr auch noch ein Begleitwagen mit, der zur Beförderung von acht bis zehn Personen diente. Die Sitze konnten dabei mit wenigen Handgriffen aus dem Wageninneren genommen und als Sitzgelegenheit im Freien genutzt werden. Unter Umständen war aus den Sitzbänken sogar eine Schlafmöglichkeit zu formen. Beide Wagen zusammen wurden unter dem Begriff „Küchenzug“ vermarktet. Dieser stand ab ungefähr 1910 dem deutschen Kaiser, Wilhelm II, zur Verfügung und kam bei den alljährlichen Manövern zum Einsatz. Beide Automobile basierten auf dem Chassis des Typs 22/50 PS. Als Abnehmer eines kompletten Küchenzuges ist neben der „kaiserliche Garage“ des deutschen Kaisers Wilhelm II auch der russische Zar bekannt.

Fotos: Autocult, Text: Autocult, Rudi Seidel

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