Montag, 30. Juli 2018

Autocult im August: Porsche Spyder 645 "Micky Maus", Mercedes G Wohnmobil und weitere Neuheiten

Porsche 645 Spyder Micky Maus Avus 1956

Mit diesem Modell schliet Autocult in seiner Nebenlinie Avenue 43 eine Lcke in der Porsche-Sammlung. Der Typ 645 war eine Weiterentwicklung des bekannten 550 Spyder, mit nur 2.000 mm Radstand, schmalerer Spur und geringerer Stirnflche wollte man vor allem hhere Geschwindigkeiten erreichen. Es blieb bei einem Prptotypen, den Richard von Frankenberg auf der Berliner Avus auf spektakulre Weise zerstrte, indem er ber den oberen Rand der Steilkurve abflog. Der wie damals blich nicht angeschnallte Fahrer fiel mit dem Kopf voraus aus dem sich berschlagenden Porsche und blieb glcklicherweise ziemlich unversehrt. Der Spyder hingegen schlug rund 15 Meter tiefer im Fahrerlager auf und verbrannte neben einem 300 SL Flgeltrer bis zur Unkenntlichkeit. Damit war das Projekt 645 beendet, 1957 kam dann der 718 Spyder, der eine wesentlich lngere und erfolgreichere Karriere absolvierte. Dennoch gehrt der 645 Spyder in jede Porsche-Sammlung!

Monteverdi Palm Beach

Im Alter von 33 Jahren grndete 1967 der Schweizer Peter Monteverdi seine Autofirma unter dem Namen Automobiles Monteverdi AG. Im Segment der Luxusklasse-Autos fand er eine Nische, die er mit der Modellreihe High Speed 375 bediente. In dieser Namenskombination deutete dabei die angehngte Zahl 375 auf die Leistungsstrke der Pferdestrken hin. 375 PS - das war die von Monteverdi angegebene Leistung, die aus den eingebauten V-8 big-block Motoren von Chrysler erzielt wurden, die ausschlielich Verwendung fanden. Bis 1973 ging dieses Verkaufskonzept auf, doch die lkrise schlug sich jh auf den Verkauf nieder und die Monteverdi AG geriet in finanzielle Schwierigkeiten.

Um seine Leistungsfhigkeit unter Beweis zu stellen, wurde auf dem Messestand des Genfer Salons 1975 ein neu entwickeltes Cabriolet vorgestellt, das auf den Namen Palm Beach getauft war, Unter der lang gezogenen Fronthaube kam auch hier ein 7,2 Liter groer V8-Chrysler-Motor zum Einbau. Auch wenn bei dem Messedebut bereits der Verkaufspreis mit 124.000 SFr genannt wurde, kam der Wagen niemals ber das Stadium eines Einzelstcks hinaus. Peter Monteverdi veruerte schlielich den Wagen, kaufte ihn spter aber wieder zurck und zeigte das Unikat in seinem inzwischen aufgelsten Museum in Basel-Binningen.

Arzens La Baleine

Der Franzose Paul Arzens hatte ein Studium der schnen Knste abgeschlossen, galt als groes Talent dieses Genres und konnte seinen Lebensunterhalt durch seine Kunst bestreiten.
In der ersten Hlfte der 1930er Jahre begann er sich fr Automobile zu begeistern und gestaltete schlielich sein erstes eigenes Auto, das er im Jahr 1938 auf dem Chassis eines 1928er Buick realisierte. Der 3,5 Liter groe 6-Zylinder Motor mit 68 PS Leistung trieb seinen Wagen an, der mit einer Lnge von sieben Metern weitaus grer war als bliche Serienfahrzeuge. Erreicht wurde diese lange Erscheinung dadurch, dass die Karosserie vorne und hinten weit ber die Rder hinausreichte. Markantes Kennzeichen der von Paul Arzens gestalteten Karosserie war die extravagante Khlerfront. Der Blickfang an der Front lag eindeutig in der optisch dezent abstehenden mittigen Nase, die auf einen neutralen Betrachter sehr fremd und abstrakt wirkte. Wer hingegen genauer hinsah, der erkannte, dass hinter den feinen Metallstben beiderseitig der mittigen Fhrung zwei Scheinwerfer saen. Insgesamt lie sich Arzens beim Design seines Wagens von einem berhmten Meeressuger inspirieren. Die eben erwhnten Metallstreben lehnten sich offenbar optisch an die Barteln eines Wals an. Und in der Tat wer sich mit dem Gedanken vertraut macht, dass das Maul eines Wals fr die Frontpartie Pate stand, der wird zustimmend nicken, wenn er die knstlerische Freiheit in seine berlegungen mit einbezieht. Passend zur Optik nannte Paul Arzens sein Fahrzeug auch La Baleine in deutscher Sprache, der Wal. Arzens fuhr seinen Wal, bis er im Alter von 87 Jahren 1990 verstarb.

Sein einzigartiges Cabriolet ist heute im Museum Cit de l'Automobile Muse National Collection Schlumpf in Mhlhausen (Frankreich) Teil der Ausstellung.

Mercedes-Benz G bimobil Husky 235

Erstmals 1979 prsentierte die Firma bimobil ihr variables Wohnaufbau-Wechselsystem namens Husky auf Basis eines Peugeot 504. Auf die identischen Befestigungspunkte des Pritschenaufbaus konnte der bimobil-Camper montiert werden. Schnell zeigte sich, dass der franzsische PKW zwar den Grundstein fr die bimobil-Husky Technik legte, doch der groe Run auf die Absetzkabine begann erst, als auch andere Fahrzeuge als Basis mglich waren.

Als ganz groer Wurf entpuppte sich die Mercedes-Benz G-Klasse als Wechselscamper. Der robuste Mercedes, gepaart mit der auf angenehmes Wohnen ausgelegten Kabine ergaben ein Duo, das es auch in weit entlegenen Orten erlaubte, nicht auf ein komfortables weiches Bett und eine Kochgelegenheit zu verzichten.

Mittlerweile ist die Anwendung des bimobil-Systems auf sehr viele Serienfahrzeuge ausgeweitet worden, doch vermutlich konnte in der knapp 40jhrigen ra keine andere Kombination die Herzen so vieler Globetrotter erobern wie das Mercedes-Benz G-Modell mit dem bimobil-Camper.

Moskvich G2

Im Wirtschaftsgefge der ehemaligen Ostblockstaaten genoss der Name Moskvich - auch in der Schreibweise Moskwitsch oder Moskvitch bekannt - einen durchaus guten Ruf.

Ab 1945 bekam das Werk den staatlichen Auftrag zum Bau von Kleinwagen zugeteilt und Mitte der 1950er Jahre ergab sich der glckliche Umstand, dass die Entwicklung eines Rennwagens von den staatlichen Stellen genehmigt wurde. Rder, Bremsen und die Federungen wurden der Montage des Serien-Typs 401 entnommen und als Motor diente das damals modernste serienmige Antriebsaggregat, der 4-Zylinder Viertaktmotor, wie er ab 1955 in die Personenwagen eingebaut wurde. Eine enganliegende, vermutlich aus Aluminium gedengelte Verkleidung ber Motor und Achsen hatte in der Front einen breiten Lufteinlass, der den Fahrtwind direkt dem Motor zufhrte. Das Werk benannte den lediglich einmal auf die Rder gestellten Sportwagen mit dem Krzel G1. Im Zuge der Weitentwicklung wurde das Fahrwerk in nur geringem Ma verndert, doch der bisherige Motor wurde durch den weiterentwickelten 4-Zylinder Antrieb des neuen Serien-Typs 402 ersetzt. Die Leistung von 35 PS aus dem 1.2 Liter groen Viertaktmotor wurde durch tiefgreifende Tuningmanahmen auf 74 PS gesteigert. Im Gegensatz zum G1 wurde der weiter entwickelte Rennwagen nun mit einer effektiven Aerodynamik versehen. Verantwortlich fr die neue Karosserie war Igor A. Gladilin. Er verstand es ausgezeichnet, die bisherige Abdeckung beizubehalten und diese so zu ergnzen, dass sich nun die Aluhaut auch ber die Achsen und Rder legte.

Unter dem Krzel G2 erreichte der 660 kg leichte Rennwagen eine Hchstgeschwindigkeit von exakt 224 km/h.

Fotos: Autocult, Texte: Autocult/Rudi Seidel

unsere fachhandelspartner:

Falls Sie Interesse an unserem Partnerprogramm haben freuen wir uns über eine Nachricht an info@auto-und-modell.de.