Mittwoch, 13. Februar 2008
Spielwarenmesse 2008 - Kyosho
Wohl kein anderer Hersteller beherrschte die Diskussionen der Modellautowelt vor der Messe so sehr wie Kyosho. Haben sie nun oder haben sie nicht die Ferrari-Sublizenz verloren? Noch ist keine Entscheidung gefallen, sicherheitshalber hat Kyosho aber schon mal Nägel mit Köpfen gemacht und alle Fahrzeuge mit dem Cavallo Rampante aus dem Katalog 2008 verbannt!

Auf dem Kyosho-Messestand dominierten die Hengste aus Maranello allerdings die Diecast-Vitrine. Alles, was an Modellen momentan in Vorbereitung ist, soll ja auch wie geplant gefertigt und ausgeliefert werden - ganz egal, wie das Lizenz-Drama nun ausgeht. Und so wird auch das wohl meisterwartete Modell 2008 ca. im Mai in den Handel kommen: Der Ferrari 250 GTO. Wie lange musste man auf ein Modell des GTO mit korrekter Karosserielinie warten - jetzt wird es endlich kommen. Das Exterieur des Kyosho-GTO ist rundum perfekt und trifft die Linie des Originales wie kaum ein anderes Modell. Die Felgen sind sehr gelungen und dass die Lufteinlässe an der Front auch geschlossen dargestellt werden können, ist ein netter Gag. Das Interieur ist dann schon ein bisschen Licht und Schatten. Licht beim perfekten Lenkrad und wunderbaren Instrumenten sowie dem exakt getroffenen langen Schalthebel mitsamt offener Kulisse, Schatten bei lieblosen Sitzen und wenig überzeugender Textilnachbildung für den Bereich unter der Heckscheibe sowie wenig ansprechend gestalteten Türinnenseiten. Die wirken nicht spartanisch - wie beim Original - sondern lieblos. Dieses Bild setzt sich unter der Motorhaube fort. Klar, es ist alles da und es ist alles gut detailiert, aber die lieblosen Plastikschnüre als Schlauchnachbildungen sehen eher nach 90er Jahre Maisto als 100 EUR Kyosho aus. Da wäre mehr drin. Mal abwarten, wie es beim Serienmodell aussehen wird. Die äußeren Werte aber, da gibt es keinen Zweifel, sind über jede Kritik erhaben! Begeisternd auch wie umfangreich man den GTO für die Rennvariante aus den 24 Stunden von Le Mans 1962 modifiziert hat, Noblet und Guichet siegten damals in ihrer Klasse. Da stimmt alles, von der authentischen Beschriftung über die Abdeckung der Luftauslässe hinten, die aufgesetzten Heckleuchten und viele weitere Kleinigkeiten. Nur der Heckspoiler müsste auch noch aufgesetzt wirken, aber das holen die Japaner bis zum Serienanlauf sicher noch nach. Der derzeit beste GTO in 1:18? Aber sicher!

Der Ferrari Testarossa kommt als erste Version mit einem Rückspiegel und als zweite Version mit zwei Spiegeln - und zu meiner großen Freude wird auch der 512 TR nicht vergessen, die sehr gelungene erste Faceliftvariante vor dem furchtbaren F512M. Reichhaltig detailiert und mit perfekten Formen werden diese Modelle in allen Varianten reißenden Absatz finden! Vorbestellungen beim Händler ihrer Wahl wären sicher keine schlechte Idee, ganz egal ob Kyosho nun Lizenzen verliert oder nicht. Da kommen sehr begehrte Modelle auf uns zu! Endlich wird es nun auch echte Rennvarianten des Ferrari 575 GTC geben. In Estoril, Donington und Spa sind die Vorbilder der bunten Renner gefahren, bei ersteren Veranstaltungen sogar siegreich! In einer Rennsportsammlung dürfen die Modelle jedenfalls nicht fehlen und die Basis ist ja bekanntermaßen exzellent.

In 1:43 gab es den 250 GTO auch zu sehen, die Form ist hier auch recht gut gelungen, wenngleich nicht so makellos wie beim großen Bruder. Auch dieses Modell in Kyoshos schon fast legendärer Ferrari-Serie wird sicher ein großer Renner werden, wie auch der 288 GTO, der demnächst zur Auslieferung kommen soll und der - wie alle Kyosho 1:43-Ferrari - über öffnende Front- und Heckklappen verfügt. Noch mehr öffnet sich am Ferrari FXX, der sich in der Kyosho-Vitrine fand. Ein spektakuläres Modell, für das ich allerdings auch einen stolzen Preis erwarte. Schön ist er jedenfalls mit Sicherheit!

Eine ganze Reihe interessanter Nissan Z-Rennfahrzeuge fand sich ebenfalls in den Vitrinen. Allesamt in 1:43 gehalten bilden sie Originale aus verschiedenen Jahren des US-GT-Rennsports nach - bis hin zum wenig seriennahen Nissan 300ZX Twin Turbo, der 1994 die IMSA-Serie unsicher machte. Sehr schön auch eine Serie von BMW 320i WTCC Rennwagen in 1:43, die nahtlos an die Qualitäten des großen Bruders in 1:18 anknüpfen.

BMW ist 2008 natürlich auch sehr prominent im Kyosho-Programm vertreten. Alle bereits als Werbemodelle bekannten BMW werden in den Fachhandel kommen, also sind Einser Coupé, das beeindruckende Dreier-Cabrio mit funktionsfähigem Faltdach und M3 E92 im Laufe des Jahres mit Sicherheit im Handel zu finden - plus all das, was Kyosho noch so in Diensten der Münchner schneidert. Neue Farben wird es vom vielgelobten (auch von uns) Audi R8 geben, der in Schwarz und Rot die Vitrinen bereichern wird. Aus dem vereinigten Königreich kommt das Vorbild des originellen Mini Cooper Clubman, der mitsamt aufwändiger Türmechanik in den Fachhandel kommen wird, bei Mini-Händlern gibt's ihn ja schon. Ebenfalls von der Insel kommt der sehr schöne Austin Healey MkIII, der als Wiederauflage in einer gelungenen Farbvariante endlich wieder das Kyosho-Programm bereichert.

Lamborghini ist eine der beherrschenden Marken des neuen Kyosho-Katalogs, der spektakuläre Lamborghini Jota in 1:12 ist das Titelmotiv und das mit Recht! Großartig detailiert setzt er die Serie der fantastischen 1:12-Kyoshos nahtlos fort. In 1:18 findet sich als Überraschung ein Lamborghini Urraco im Katalog, von dem in Nürnberg leider noch kein Muster zu sehen war. Noch mehr bedauerte ich allerdings, dass es auch keine Spur vom 2007 angekündigten Aston Martin DBS in 1;12 zu entdecken gab...
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